Sandy Rommel / Friseurmeisterin

Wieso sind Sie Friseurin geworden?

In meiner Familie arbeiten die meisten irgendwie im kreativen Bereich, daher lag es mir im Blut, auch einen Weg einzuschlagen, bei dem mein Faible für kreatives Gestalten nicht zu kurz kommt. Als es an die Berufswahl ging, war für mich eigentlich klar, dass ich die Friseurlaufbahn einschlagen werde, um etwas praktisches mit den Händen zu machen. Weil ich ein haptischer Typ bin und es noch heute faszinierend finde, wie sich Haare anfühlen – nass, trocken, voll Shampoo oder Conditioner – war ich der Meinung, dass ich im Friseursalon gut aufgehoben bin. Das hat sich ja auch als richtig herausgestellt.
 

Was ist das Schönste an Ihrem Job und was gefällt Ihnen nicht daran?

Es gefällt mir, dass ich durch meine Arbeit unterschiedliche Menschen kennenlernen kann und auch viele persönliche Geschichten erfahre. Das Schönste an meinen Job ist aber – das mag zwar etwas abgedroschen klingen –, Menschen glücklich zu machen. Wenn ich sie kurz aus dem Alltag entreißen kann und sie dann zufrieden mit den Resultaten sind, bin ich es auch. Was mir nicht so gut gefällt? Wenn Leute dem Handwerk, speziell dem Friseurhandwerk, nicht die Anerkennung entgegenbringen, die es verdient. Wir erbringen jeden Tag wichtige Dienstleistungen. Manchmal vollbringen wir sogar kleine Wunder. Dabei müssen wir neben Fachwissen und Geschick viel soziale Kompetenz besitzen und stets freundlich bleiben. Da sollte man nicht von oben herabschauen.
 

Warum haben Sie sich für die Meisterqualifikation entschieden?

Während und nach der Lehre habe ich viele Praxiserfahrungen gesammelt, mich weiterentwickelt und mich schließlich auch intensiv um die Auszubildenden im Salon gekümmert.

Mit der Zeit hatte ich aber trotzdem das Gefühl, dass ich auf der Stelle trete. In wollte nicht gleich in die Selbstständigkeit, brauchte aber eine neue berufliche Herausforderung. Da lag die Meisterausbildung natürlich sehr nah.
 

Wem wollen Sie für die Unterstützung während des Meisterstudiums besonders danken?

An erster Stelle meinem Mann, der während der Meisterschule nicht nur bei der Dauerbetreuung unseres Kleinkindes gefordert war, sondern auch manchmal meine Launen ausbaden musste. Aber auch meine Familie, meine Freunde und mein Team in der Firma haben Dank für ihren Beitrag zum Projekt "Meister" verdient. Sie haben mir den Rücken freigehalten, mich abgelenkt und angespornt sowie mit leckerem Essen versorgt. Und last but not least bin ich meiner Klasse und den Dozenten für die unglaublich tolle Zeit und die vielen Kniffe und Fachkenntnisse dankbar. Ich habe echt ein ganz neues Level erreicht. 

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