Lukas Wajroch / Maurer- und Betonbauermeister

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Was zeichnet für Sie einen guten Meister aus?

Fachlich wie wirtschaftlich steht der Meister für Qualität. Sie ist das Resultat des Zusammenspiels von umfassendem Fachwissen, guten handwerklichen Fertigkeiten und Leidenschaft für die eigene Arbeit. Darüber hinaus sollte ein guter Meister über gewisse pädagogische Talente verfügen. Das hilft, den Berufsnachwuchs zu begeistern und den eigenen Erfahrungsschatz weiterzugeben.
 

Warum haben Sie sich für "den Meister" entschieden und wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Mit gerade einmal 20 Jahren bin ich sicher einer der jüngsten Meister dieses Jahrgangs und stehe noch am Anfang meiner beruflichen Laufbahn. Aber irgendwann möchte ich am liebsten als selbstständiger Bauunternehmer mein eigener Herr sein.

Weil es sich in jungen Jahren angeblich schneller lernt und ich für mein langfristiges Ziel gewappnet sein möchte, habe ich nach der Lehre zügig die höchste Qualifikation angestrebt, die das Handwerk bietet.

Der Meistertitel gibt mir jetzt einerseits eine gehörige Portion Selbstvertrauen und andererseits eine verlässliche Basis an fachlichen, kaufmännischen und rechtlichen Kenntnissen. Nach den Prüfungen will ich jetzt aber erst einmal einen Gang zurückschalten und mir als angestellter Meister meine Sporen verdienen. Das Thema Selbstständigkeit kann ich auf die Agenda setzen, wenn ich das Gefühl habe, genügend Berufserfahrungen gesammelt zu haben.
 

Wem wollen Sie für die Unterstützung während des Meisterstudiums besonders danken?

Die Dozenten der Meisterschule haben sich eine ordentliche Portion Dank verdient. Es war sicher nicht immer einfach, uns den Stoff einzutrichern.  

Ganz vorn auf meiner Dankesliste steht aber natürlich meine Familie, die mir den Rücken freigehalten hat, allem voran mein Vater, der selbst Maurermeister ist. Ohne seinen Einfluss hätte ich vielleicht eine ganz andere Laufbahn eingeschlagen.
 

Was ist das Schönste an Ihren Beruf?

Zunächst einmal spare ich mir Sonnen- und Fitnesstudio, weil ich mein Workout auf der Baustelle habe. Aber Spaß beiseite. Das Schönste ist eigentlich, daran beteiligt zu sein, dass etwas Dauerhaftes entsteht, das von den Menschen genutzt wird. Man kann am Ende jedes Tages sehen, was man geschafft hat und ich stelle es mir schön vor, später an Häusern vorbeizukommen, an denen ich mitgearbeitet habe.
 

 
"Fachlich wie wirtschaftlich steht der Meister für Qualität. Sie ist das Resultat des Zusammenspiels von umfassendem Fachwissen, guten handwerklichen Fertigkeiten und Leidenschaft für die eigene Arbeit."
 

Welche Themen sollte die Politik anpacken, damit das Handwerk floriert?

Kleine und mittlere Unternehmen bilden das Rückgrat der Wirtschaft, auch wenn sie weniger wahrgenommen werden als Konzerne. Die Politik sollte KMU gegenüber deshalb eigentlich Vorrang gewähren. Ich bin mir sicher, dass es einige bürokratische Pflichten gibt, über deren Lockerung viele Chefs dankbar wären. Und weiterhin muss die Politik hinsichtlich der Meisterpflicht aus ihren Fehlern lernen. Man hat ja gesehen, dass die Ausbildungsleistung und die Qualität mit der Lockerung der Meisterpflicht teilweise eingebrochen sind.