Lucas Markwitz / Metallbauermeister

Der Tresor-Öffner

Lucas Markwitz stand als Jugendlicher vor der Wahl: Steinmetz oder Metallbauer werden. Die Entscheidung fiel, als er seinem späteren Ausbilder beim Schmieden zusehen durfte.

"Das wollte ich auch können", erinnert sich der heute 32-Jährige. Nach dreieinhalb Jahren Ausbildung in seiner Heimatstadt Naumburg (Saale) folgte der nächste Schritt. Markwitz wollte sich weiter spezialisieren und nahm ein Jobangebot bei der Hamburger Stahltresor GmbH an. In der Hansestadt bekam er einen tiefen Einblick in die Welt der Sicherheitstechnik und arbeitete sich schnell zum Werkstattleiter hoch.
 

 
"Das wollte ich auch können"
 

Als sich jedoch das erste Kind ankündigte, war für ihn und seine Frau Kerstin schnell klar, dass der eigene Nachwuchs nicht in einer Großstadt aufwachsen sollte. Stattdessen wurde der Entschluss gefasst, in die Heimat an der Saale zurückzukehren. Dort lebt die junge Familie gemeinsam mit den Großeltern von Lucas Markwitz in einem Mehrgenerationenhaus. Dazu gehört auch ein riesiger Garten, in dem der Metallbauer seinen Hobbys, wie der Imkerei oder dem Bierbrauen nachgehen kann.

"Wir wollten weg aus dem anonymen Großstadtleben und mehr Natur haben", sagt der zweifache Vater, der den Schritt auch beruflich nicht bereut hat. Kurz vor dem Umzug gründete er 2014 sein eigenes Unternehmen.

Unter dem Namen "Tresortechnik Mitteldeutschland" verkauft, transportiert und wartet er Tresore und Waffenschränke. Spezialisiert hat er sich auf die Notöffnung von Panzerschränken. So wird Lucas Markwitz beispielsweise gerufen, wenn ein Privatkunde seinen Zugangscode vergessen hat oder ein Bankautomat beschädigt wurde. "Einbrecher sind meine besten Mitarbeiter", scherzt er.

Für solche Kundendienstaufträge ist er überall in Deutschland unterwegs. Mehrere Stunden sitzt er in der Regel, bis er einen Tresor erfolgreich aufgebohrt hat – ohne ihn zu beschädigen.

"Das ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die viel Präzision und Geschick verlangt", sagt Markwitz. Bislang hat er noch jeden Tresor zerstörungsfrei aufbekommen.

Da die Anzahl der Notöffnungsaufträge schwankt, plante er das Portfolio der Firma zu erweitern und entschied sich deshalb, seinen Meistertitel als Metallbauer in Vollzeit zu absolvieren. Sein Meisterstück ist ein eigens konstruiertes Gartentor mit integrierter Vorrichtung für Pakete, die der Postbote auch bedenkenlos abgeben kann, wenn niemand zu Hause ist. Solche individuellen Metallbauarbeiten will er künftig zwischen den Kundeneinsätzen im Tresorgeschäft erledigen. "Das gibt mir mehr Spielraum für die Zukunft", sagt Lucas Markwitz. Denn der begeisterte Hobby-Imker hat große Pläne: Noch in diesem Jahr will er mit dem Bau einer Werkstatthalle auf seinem Grundstück beginnen. Und wenn es gut läuft, vielleicht sogar den ersten Lehrling einstellen.

Von Robert Iwanetz
 

Meister 2018
Robert Iwanetz