Denis Le Clerc / Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister

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Wie kamen Sie dazu, ihren Beruf zu erlernen?

Als ich Mitte der 90er-Jahre aus der Schule kam, war die Lage auf dem Ausbildungsmarkt anders als heute, wo Schulabgänger von den Unternehmen umworben werden. Damals war die Auswahl an Ausbildungsplätzen nicht gerade groß und zudem buhlten sehr viele Bewerber um die begehrten Lehrstellen. Man musste daher realistisch bei der Wahl seines Ausbildungsweges sein. Wenn man sich "verwählte" und dann vorzeitig abbrach, war man schnell stigmatisiert. Das galt es zu vermeiden.

Den Anforderungen eines Bauberufes fühlte ich mich gewachsen und hielt deshalb in diesem Sektor Ausschau. Der Beruf des Fliesenlegers war für mich reizvoll wegen der Vielfältigkeit und der geforderten Kreativität. Und es klappte schließlich mit der Lehre.
 

Ihre Berufsausbildung liegt schon etwas zurück. Warum haben Sie sich jetzt noch einmal freiwillig auf die Schulbank gesetzt?

Ich habe den Wandel im Fliesenlegerhandwerk nach der Handwerksnovelle 2004 miterlebt. Damals wurde die Meisterpflicht unter anderem für mein Gewerk abgeschafft. Man konnte den Meisterbrief zwar noch freiwillig erwerben, aber die Branche hat sich trotzdem dramatisch verändert. Die Zahl der Firmen, die ab diesem Zeitpunkt Fliesenarbeiten ohne Qualifikation anboten, ging in die Höhe. Das führte zu Qualitätsmängeln und Dumpingpreisen.

Als ich dann mit mehrjähriger Erfahrung im Bausektor beschlossen habe, mit einem eigenen Fliesenlegerbetrieb an den Markt zu gehen, wollte ich mich sichtbar von der Konkurrenz abheben.

Der Meistertitel ist deshalb als Qualitätsgarant gegenüber der Kundschaft eine gute Investition. Ich denke, dass sie sich mit den Jahren auf jeden Fall rechnet. Auch wenn die Politik endlich ihre Fehlentscheidung erkannt hat und für Neugründungen im Fliesenlegerhandwerk ab 2020 den Meistertitel wieder zur Pflicht macht, werden die bestehenden Billigheimer am Markt bleiben. Als Meisterbetrieb steche ich also aus der Masse heraus und signalisiere, dass Kunden bei mir Fachkompetenz und Können erwarten dürfen.

Dank der Meisterqualifikation kann ich beispielsweise Bausubstanzen und deren Zusammenspiel besser beurteilen als jemand, der sich vieles nur selbst beigebracht hat. Außerdem habe ich aus der Meisterschule auch viele soziale und kaufmännische Dinge mitgenommen, die es mir erleichtern, mich am Markt zu behaupten.
 

 
"Als Meisterbetrieb steche ich positiv aus der Masse heraus und signalisiere, dass Kunden bei mir Fachkompetenz und Können erwarten dürfen."
 

Was ist das Schönste an Ihrem Beruf?

Eindeutig die Abwechslung. Jeder Kunde hat individuelle Gestaltungsanforderungen und wünscht sich andere Materialien. Da bleibt der Job spannend. Und wenn der Kunde zum Schluss signalisiert, dass gute Arbeit abgeliefert wurde, bin ich stolz auf mich.
 

Gibt es jemanden, dem Sie für die Unterstützung während des Meisterstudiums besonders danken wollen?

Allen Dozenten der Handwerkskammer und natürlich meiner Frau, die während dieser Zeit viele Nerven lassen musste.
 

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Wenn alles klappt, habe ich mich dann etwas vergrößert und arbeite reizvolle Aufträge ab. Und Lehrlinge will ich dann auch ausbilden. Das gehört zum Meistersein dazu und trägt dazu bei, dass das Qualitätsniveau im Fliesenlegerhandwerk wieder nach oben geht.
 

Was wollten Sie als Kind werden? Polizist.