Claudia Wolf / Kosmetikermeisterin

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Wie kamen Sie auf die Idee, den Beruf der Kosmetikerin zu ergreifen?

Ich bin ein kommunikativer Typ. Deshalb macht mir der Umgang mit Menschen schon von Kindesbeinen an großen Spaß. Als junges Mädchen wollte ich daher eigentlich Krankenschwester, wie einige Freundinnen, werden. Aber wie die kindlichen Berufswünsche der meisten Leute, haben sich auch meine Vorstellungen von einem erfüllten Berufsleben mit dem Erwachsenwerden verändert und eine andere Richtung eingeschlagen.

Statt für die klassische Gesundheitswirtschaft habe ich mich schließlich für eine Laufbahn im Kosmetik- und Beautysektor entschieden. Ich wollte lieber Schönes zur Geltung bringen, statt hauptberuflich Beschwerden und Krankheiten zu kurieren. Am Kosmetikerhandwerk reizte mich darüber hinaus die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu arbeiten. Meine damalige Vorstellung von Krankenschwestern, die auf die Assistentenrolle von Ärzten reduziert werden, passte mir auch nicht so ganz.

Aber ich habe auch keine komplette Kehrtwende hingelegt, schließlich gibt es große Schnittmengen der beiden Bereiche. Bei beiden stehen der Mensch und sein Wohlbefinden im Mittelpunkt. Und wenn ich beispielsweise bei der Behandlung von Hautkrankheiten mitwirke, spielen auch medizinische Aspekte eine große Rolle.
 

Auf welche berufliche Leistung sind Sie besonders stolz?

Grundsätzlich gibt es viele Dinge im Job, über deren Gelingen ich mich freue. Das müssen nicht immer riesige Sachen sein. Manchmal erfüllt es einen schon mit Stolz, wenn sich eine neue Kundin sehr herzlich für die tolle Arbeit bedankt, selbst wenn es eine Behandlung war, die mich fachlich nicht besonders gefordert hat. Darüber hinaus verleiht mir der Umstand, dass ich mich mit meinem eigenen Kosmetiksalon in Leipzig etabliert habe, ein gewisses Selbstvertrauen.
 

Warum haben Sie sich für die Meisterfortbildung entschieden, obwohl sie auch ohne den Titel erfolgreich waren?

Im Grunde kann hierzulande jeder – auch ohne irgendeine Ausbildung – Kosmetikleistungen gewerblich anbieten. Die Salons müssen ihre Kundschaft also mit gutem Service und guter Qualität überzeugen.

Als dann vor wenigen Jahren die Möglichkeit geschaffen wurde, eine Meisterqualifikation als Kosmetiker zu erwerben, war die Richtung für mich schnell klar. Ich wollte mein unternehmerisches Profil mit dem Qualitätssiegel "Meister" schärfen. Meine Kundschaft sollte schon vor der ersten Behandlung darauf vertrauen können, dass sie bei mir eine exzellente Behandlungsqualität erwarten dürfen.
 

  
"Ich wollte mein unternehmerisches Profil mit dem Qualitätssiegel
'Meister' schärfen."
 

Was war für Sie der wertvollste Input aus der Meisterfortbildung?

Neben vielen Anregungen für die Behandlungspraxis ist vor allem das tiefere Verständnis der betriebswirtschaftlichen Abläufe und Zusammenhänge für mich Gold wert. Vorher musste ich mich bei geschäftlichen Entscheidungen manchmal auf mein Bauchgefühl verlassen – was glücklicherweise meistens richtig war – aber nun kann ich den Salon ruhigen Gewissens mit fundierten kaufmännischen Kenntnissen managen.

Und die tollen Erfahrungen während des Meisterkurses möchte ich ebenfalls nicht missen. Nicht nur mit den Lehrkräften, sondern auch mit den Kolleginnen im Kurs konnte man prima zusammenarbeiten und Erfahrungen austauschen.