
Vollversammlung zog ernüchternde Bilanz
Forderungen an die Politik klar definiert / Mitgliedsbeiträge für Personenunternehmen reduziert
12. Dezember 2001 | Die Situation des Handwerks im Regierungsbezirk Leipzig ist dramatisch, so das Fazit des Berichts des Präsidenten der Handwerkskammer zu Leipzig, Joachim Dirschka, an die Vollversammlung. Die Herbstkonjunkturanalyse der Handwerkskammer zu Leipzig belegte das deutlich. Im Herbst 2001 schätzen nur noch 13 Prozent der Betriebe ihre Lage gut ein.
"Die Belastungssituation des Handwerks ist unvertretbar geworden", so Präsident Dirschka. Zum neuen Jahr stehen weitere Belastungen bei Steuern und Abgaben an. Klar formuliert der Kammerpräsident deshalb die Forderungen des Handwerks: Aussetzung der nächsten Stufe der Ökosteuer, Vorziehen der Stufen der Steuerreform der Jahre 2003/2005, steuerliche Entlastung für Personenunternehmen, steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen im Baubereich sowie einen reduzierten Mehrwertsteuersatz für Handwerkerleistungen, Einschränkung der wirtschaftlichen Betätigung der Kommunen.
Zu den wichtigsten Beschlüssen der Herbstvollversammlung zählt stets der Beitragsbemessungsbeschluss für das Folgejahr. In Anbetracht der schwierigen konjunkturellen Situation hat die Vollversammlung beschlossen, 2002 bei der Umstellung von DM auf Euro die Grundbeiträge für natürliche Personen / Personengesellschaften auf den nächsten durch fünf Euro teilbaren Betrag abzurunden. Der Freibetrag für die Berechnung des Zusatzbeitrages wird auf den nächsten durch 500 Euro teilbaren Betrag aufgerundet und somit erhöht. Damit werden de facto für mehr als zwei Drittel der Mitgliedsunternehmen die Beiträge der Handwerkskammer zu Leipzig gesenkt.
Die Vollversammlung ist das oberste Organ der Handwerkskammer, ihr gehören 28 Arbeitgeber- und 14 Arbeitnehmervertreter an.