Umfrage »Familienorientierte Personalpolitik in sächsischen Unternehmen«
Es wird deutlich, dass die sächsischen Unternehmen im Bereich der familienfreundlichen Maßnahmen sehr engagiert sind. Mit der neuen Regelung eines Rechtsanspruches auf einen Kindergartenplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr wurde politisch verantwortungsbewusst gehandelt.
Ergebnisse einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern im Freistaat Sachsen im Mai/Juni 2013
Die Rolle der Familien ist in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus der gesellschaftlichen Diskussion gerückt. Vor allem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat stark an Bedeutung gewonnen. Bereits zum dritten Mal nach 2006 und 2008 befragten daher die sächsischen IHKs und Handwerkskammern die ansässigen Unternehmen zu ihrer Familienorientierung.
An der Befragung im Mai/Juni 2013 beteiligten sich 1.108 Unternehmen mit 68.839 Mitarbeitern – davon 178 Handwerksbetriebe mit 4.327 Beschäftigten. Sie äußerten sich zu den Themen Unterstützung von Mitarbeitern mit Familienpflichten, arbeitsorganisatorische Probleme durch Familienpflichten und politische Rahmenbedingungen.
Stetiger Ausbau familienfreundlicher Angebote für Mitarbeiter
Die Studie zeigt, dass eine familienorientierte Personalpolitik schon lange fester Bestandteil der Unternehmenspolitik vieler sächsischer Unternehmen ist. Praxisnah und mitarbeiterorientiert werden in den Unternehmen täglich Lösungen gefunden, die es ermöglichen Beruf und Familie unkompliziert zu vereinbaren. Die Ergebnisse zeigen aber auch konkrete Ansatzpunkte für den weiteren Auf- und Ausbau von Aktivitäten für eine bessere Vereinbarkeit auf.
Die wichtigsten Ergebnisse
- 88 Prozent der antwortenden sächsischen Unternehmen beschäftigen Mitarbeiter mit kleinen und schulpflichtigen Kindern und/oder pflegebedürftigen Angehörigen.
- 95 Prozent dieser Unternehmen unterstützen ihre Mitarbeiter bei ihren Familienpflichten.
- Flexible Arbeitszeitregelungen und/oder arbeitsorganisatorische Maßnahmen bieten 97 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern zur Unterstützung an.
- Jedes zweite Unternehmen gibt an, arbeitsorganisatorische Probleme durch Mitarbeiter mit Familienpflichten zu haben.
- Besonders Unternehmen, die derzeit Mitarbeiter in Elternzeit haben, sehen sich mit arbeitsorganisatorischen Problemen konfrontiert. Hingegen gibt nur ein Drittel der Unternehmen, die Mitarbeiter mit kleinen und schulpflichtigen Kindern beschäftigen an, mit arbeitsorganisatorischen Problemen zu kämpfen.
- Kurzfristige Ausfallzeiten werden in 90 Prozent der Unternehmen durch Mehrarbeit der verbliebenen Mitarbeiter kompensiert, längerfristige Ausfallzeiten insbesondere durch befristete Neueinstellungen.
- 60 Prozent der antwortenden Unternehmen haben Kenntnis darüber, ob ihre Mitarbeiter Angehörige pflegen oder nicht. Dieser Anteil ist seit der letzten Umfrage 2008 um drei Prozentpunkte gestiegen.
- Die neuen familienpolitischen Regelungen zum 1. August 2013 sind dem Großteil der Unternehmen bekannt. Mehr als jedes zweite Unternehmen begrüßt die Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. An das Betreuungsgeld richten hingegen nur 16 Prozent der Unternehmen positive Erwartungen.