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Standortwahl

Vor der Entscheidung für Ihren Standort sollten Sie die nachfolgend beispielhaft aufgezählten Faktoren prüfen.

Einflussfaktoren der Beschaffungsmärkte

  • Grundstück, Gebäude (Höhe des Kaufpreises oder der Miete, bauliche Substanz, Erweiterungsmöglichkeiten),
  • Markt für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe beziehungsweise Handelsware (Lieferantennähe),
  • Arbeitsmarkt (Mitarbeiterpotenzial, Eignungs-/Ausbildungsstand, Entgeltniveau),
  • Energiemarkt (Versorgung, Entsorgung),
  • Verkehrsanbindung (Straße/Bahn) und Transportkosten.

Einflussgrößen der Absatzmärkte

  • Absatzpotenzial (Einzugsgebiet, Lage des Standortes und Umfeld, Arbeitnehmerstruktur, Bevölkerungsdichte, Bedarf, Kaufkraft, Wettbewerber)
  • Absatztransport, Infrastruktur (Kosten und Zeit).

Einflussgrößen staatlicher Rahmenbedingungen

  • Abgaben Steuern, Gebühren Beiträge, Zölle,
  • Auflagen und Beschränkungen (Gewerbeaufsichtsvorschriften, Umweltschutzvorschriften),
  • staatliche Förderung, Subventionen (Zulagen, Zuschüsse, zinsgünstige Kredite),
  • Rechts- und Wirtschaftsordnung (Ausgestaltung der Unternehmensverfassung, Eigentümerrechte, Mitbestimmung),
  • Umweltschutz.

Bei dem Datenmaterial zur Standortanalyse handelt es sich überwiegend um demographische Daten. Durch die Sammlung und Aufbereitung erhalten Sie einen Überblick über die strukturellen Gegebenheiten Ihres zukünftigen Einzugsgebietes und somit Auskünfte über Kaufkraft und Einkaufsgewohnheiten der Kunden, Personenzahl der Haushalte. Einige der oben genannten Daten können Sie durch eine selbstständig durchgeführte Passantenbefragung und Passantenzählung erhalten, andere durch die Handwerkskammern, das Statistische Bundesamt, Landesamt für Statistik, Wirtschaftsfördergesellschaften und Ämter für Wirtschaftsförderung der jeweiligen Städte und Gemeinden, Gesellschaft für Konsumforschung, Banken und Sparkassen usw.

Die Entscheidung für den richtigen Standort ist jedoch nicht nur nach betriebswirtschaftlichen Überlegungen umzusetzen. Auch bauplanungs- und bauordnungsrechtliche Fragen sind von Bedeutung. Informieren Sie sich darüber bei Ihrem zuständigen Bauamt.

Eine wichtige Bestimmung ist die Baunutzungsverordnung. In dieser Verordnung wird die Zulässigkeit von Vorhaben geregelt. Die für die Bebauung vorgesehenen Flächen werden nach der Art ihrer baulichen Nutzung dargestellt. Diese können sein:

  • Kleinsiedlungsgebiete,
  • reine oder allgemeine Wohngebiete, besondere Wohngebiete,
  • Dorfgebiete,
  • Mischgebiete,
  • Kerngebiete,
  • Gewerbegebiete und Industriegebiete,
  • Sondergebiete.

Das Bundes-Immissionsschutzgesetz hat ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf die Standortwahl. Hinsichtlich der Betriebsräume sind die Arbeitsstättenverordnung und Arbeitsstättenrichtlinie zu beachten. Nutzen Sie auch bei der Suche nach einem geeigneten Standort das Leistungsangebot Ihrer Handwerkskammer. Eine Checkliste zur Standortanalyse steht Ihnen als Download zur Verfügung.