Die Segelstecherei by neoSails.
Handwerkskammer zu Leipzig

Rarität im Binnenland: "Die Segelstecherei by neoSails"

Ein Porträt von Nicole Vergin.

Für Philipp Kalb steht das Handwerk an erster Stelle und das schätzen auch seine Kunden, neben der professionellen Beratung sowie der Anpassung an die individuellen Bedürfnisse.

In den vergangenen Jahren ist das Leipziger Neuseenland ein Paradies für Segler, Kiter und Surfer geworden. Doch die Kites gehen gern einmal kaputt und müssen schnell und ohne großen Aufwand repariert werden. Allerdings sind Segelmacher im Binnenland immer noch eine Rarität im Gegensatz zur starken Verbreitung an der Küste. Diese Marktlücke hat Philipp Kalb genutzt und ging als Segelmacher in die Selbstständigkeit. Schon als Jugendlicher hatte Philipp Kalb das Segeln für sich entdeckt. Im Laufe der Zeit kam noch seine Leidenschaft für das Kitesurfen dazu. Da notwendige Reparaturen von Kites kostspielig sind, hat er angefangen, seine eigenen Kites selbst zu nähen. Weil das so gut lief, haben ihm nach und nach auch seine Freunde ihre Kites anvertraut. So kam es, dass er im Jahr 2011 gemeinsam mit einem Freund "Die Segelstecherei" gründete und so sein Hobby zum Beruf machte. Im Prozess der Unternehmensgründung stand die Handwerkskammer zu Leipzig mit Rat und Tat zur Seite und half bei der Beantragung eines Gründungszuschusses.

Mittlerweile ist er Einzelunternehmer, und der Firmenname wurde auf "Die Segelstecherei by neoSails" erweitert. Aber nicht nur der Firmenname ist umfangreicher, auch sein Tätigkeitsspektrum. Zu den Kites kamen die Segel, zu den reinen Reparaturen vollständige Neuanfertigungen. Die Auftragslage des kleinen Unternehmens ist jahreszeitabhängig. Im Sommer ist Hauptsaison. Es kommen viele Reparaturanfragen, die möglichst schnell erledigt werden sollen. Die Kunden wollen am liebsten sofort wieder auf See. Im Winter dagegen hat Philipp Kalb Zeit für größere Aufträge, wie zum Beispiel Bootsabdeckungen oder Eventzelte. Seit mehr als zwei Jahren arbeitet "Die Segelstecherei by neoSails" mit dem international agierenden Zelthersteller "Gybe" zusammen und repariert teure Einzelstücke für die Kunden.

Körperlich anstrengende, aber erfüllende Arbeit

Auf dem Gelände des ehemaligen Podelwitzer Volksgutes im Dachgeschoss eines alten Rinderstalls hat Philipp Kalb seine Werkstatt. Rund 100 Quadratmeter groß ist der Arbeitstisch, auf dem die Stoffe ausgebreitet werden. Darum reihen sich mehrere Industrienähmaschinen, ausgelegt für bestimmte Garnarten und Arbeitsschritte. Genau wie Schneider arbeiten Segelmacher mit Nähmaschine, Nadel und Maßband. Aber da hören die Gemeinsamkeiten auch schon wieder auf. Denn bei Segelmachern ist alles um Nummern größer, schwerer und robuster. Die größten Segel, vom polyestergewebten Tuch bis hin zum Laminatsegel, messen bis zu 60 Quadratmeter und sind bis zu 40 Kilogramm schwer. Da wird der Job auch einmal körperlich anstrengend. Größtenteils besteht er allerdings aus penibler Detailarbeit: Segmente austauschen, Lattentaschen nacharbeiten, Kanten setzen. Für Neuanfertigungen kooperiert der Jungunternehmer mit einer Rostocker Firma, die ihm einzelne Segmente mit Lasertechnik zuschneidet.

Treuer Kundenstamm

In den letzten Jahren hat sich Philipp Kalb bei den Wassersportlern einen guten Ruf erarbeitet. Seine Kunden kommen größtenteils aus dem Großraum Leipzig. Auch wenn ihr Katamaran an der Ostseeküste oder ihre Segeljacht in Griechenland liegt, vertrauen sie auf die Podelwitzer Segelmacherei. Sie schätzen Kalbs professionelle Beratung, sein Bestreben, jeden noch so ausgefallenen Wunsch zu erfüllen, und vor allem die gute Qualität seiner Arbeit.

Mehr Informationen

 www.die-segelstecherei.de

Unternehmen im Fokus

Das Handwerk der Stadt Leipzig sowie der Landkreise Leipzig und Nordsachsen bildet das Fundament der regionalen Wirtschaft. Verantwortungsvolle und clevere Unternehmer stehen mit ihren Namen für Qualität und Zuverlässigkeit. Um die Bandbreite des Wirtschaftsbereichs zu zeigen, werden unter der Überschrift "Unternehmen im Fokus" in unregelmäßiger Folge Unternehmen exemplarisch vorgestellt.

Dieser Artikel ist auch im Deutschen Handwerksblatt - Ausgabe der Handwerkskammmer zu Leipzig 08/2017 erschienen.


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Dr. Andrea Wolter

Pressesprecherin

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