Matthias Senf / Tischlermeister

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Ich habe schon als Kind und Jugendlicher viele Einblicke ins Handwerk bekommen, weil ich oft auf Baustellen unterwegs war. Meine Mutter ist Bauingenieurin und ich durfte sie hin und wieder begleiten. Die Arbeit mit Holz, dessen natürliche Haptik und der Geruch von Hobelspänen haben mich bei diesen "Ausflügen" immer fasziniert. Das hat sich offenbar eingeprägt.

Nach dem Abitur war für mich außerdem klar, dass ich keinen Job machen will, bei dem ich zu viel am Schreibtisch sitze. Zwischenzeitlich hatte ich zwar auch andere Berufe im Kopf, habe mich aber doch für den Tischlerberuf entschieden. Es war die richtige Wahl. Bei meinem Lehrmeister Sirko Diener habe ich dann hautnah erlebt, wie vielseitig der Rohstoff Holz ist und welche langlebigen Produkte man daraus herstellen kann.
 

Warum haben Sie sich für die Meisterausbildung entschieden?

Aktuell bin ich Angestellter, kann mir aber auch den Schritt in die Selbstständigkeit vorstellen. Das muss nicht in naher Zukunft sein. Aber nach dem Motto "Was man hat, das hat man", wollte ich mich mit der Qualifikation schon einmal in eine gute Ausgangsposition bringen, meine fachlichen Fähigkeiten ausbauen und das betriebswirtschaftliche Fundament für ein eigenes Unternehmen legen.
 

Was hat Ihnen die Fortbildung, außer fachlichem Input gebracht?

Es ist toll, dass man Freundschaft mit Leuten schließen konnte, die eine ähnliche Leidenschaft für den Beruf empfinden, wie man selbst. Das war sehr bereichernd und ich hoffe, dass es dadurch auch in Zukunft einen Austausch untereinander gibt.

 
"Es ist toll, dass man Freundschaft mit Leuten schließen konnte, die eine ähnliche Leidenschaft für den Beruf empfinden, wie man selbst."
 

 
Welche Themen sollte die Politik anpacken, damit das Handwerk künftig gut aufgestellt ist?

Ich bin der Meinung, dass die Politik am Meistertitel festhalten muss. Vor kurzem wurde für einige Gewerke die Wiedereinführung der Meisterpflicht beschlossen. Das scheint mir der richtige Weg zu sein, um die Wertschätzung des Handwerks zu fördern und künftige Generationen für eine handwerkliche Karriere zu motivieren.

Auch angemessene und verbindliche Tariflöhne können die Berufe für junge Leute attraktiver machen. Und für diejenigen, die den Mut haben, sich selbstständig zu machen, sollte die Politik die Menge an Vorgaben und bürokratischen Pflichten zurückfahren – zumindest solange die Betriebe noch klein sind. Dann können sie sich besser auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.
 

Was zeichnet einen guten Meister aus?

Gute Handwerksmeisterinnen und -meister finden auch bei unerwarteten Komplikationen schnell passende Problemlösungen. 

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