Marco Dienemann / Installateur- und Heizungsbauermeister

Was wollten Sie als Kind werden?

Bauarbeiter fand ich immer toll. Fette Maschinen, Bagger, Kräne und Presslufthämmer. Aber welcher Junge hat nicht gern am Bauzaun gestanden, wenn die Profis etwas aufgebaut – oder besser noch mit viel Getöse abgerissen haben. Mit einer Tätigkeit im SHK-Handwerk bin ich schließlich auch weitestgehend im Bausektor gelandet, wenn auch mit kleineren Umwegen.
 

Sie haben demnach ursprünglich einen anderen Beruf als SHK-Anlagenmechaniker erlernt?

Richtig. Zunächst bin ich mit einer Ausbildung zum Metallbauer für Konstruktionstechnik in die Berufswelt gestartet. Das schien mir damals vielverspechend. Dann folgte der Wehrdienst und im Anschluss war ich leider etwas orientierungslos was meine Zukunft betraf. Die "Metaller"-Lehre hatte ich zwar abgeschlossen, aber der Funke war nie so ganz übergesprungen.

Mit dem Job hätte ich ein Auskommen gehabt, aber berufliche Erfüllung bis zur Rente habe ich mir davon nicht versprochen. Ein Neuanfang musste her, aber keine Kehrtwende. Den folgenden Weg ins SHK-Handwerk hätte ich vielleicht gleich nach der Schule beschreiten sollen, denn mein Vater ist Gesellschafter in einem Leipziger SHK-Betrieb. Schon als Jugendlicher habe ich Eindrücke in der Firma gesammelt, wollte aber erst einmal mein eigenes Ding machen.

Die Perspektive, einmal in die väterlichen Fußstapfen zu treten und die Firma als Gesellschafter mitzuführen, hat erst mit der Zeit einen Reiz für mich entwickelt. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe eine zweite Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik gemacht – jedoch nicht im Betrieb meines Vaters. Viele Inhalte der ersten Ausbildung wurden glücklicherweise angerechnet, wodurch ich den zweiten Gesellenbrief schneller in den Händen halten konnte.
 

Was ist für Sie das Schönste an Ihrem Beruf und auf welche berufliche Leistung sind Sie besonders stolz?

Der Kontakt mit Menschen gefällt mir – sowohl mit Arbeitskollegen und Lehrlingen, wie auch mit Kunden und Geschäftspartnern. Abgerundet wird das ganze aber nur durch die Möglichkeit, Dinge mit den eigenen Händen zu erschaffen.

 
"Der Meistertitel stärkt mir den Rücken und ich habe manchmal das Gefühl, ernster genommen zu werden als 'nur' mit dem Gesellenbrief."
 

Stolz bin ich auf einige größere Bauprojekte, an denen ich mitwirken durfte. So war ich beim Umbau des Paunsdorf Centers beteiligt und auch zu den beiden BMW-Hallen, in denen aktuell die neuen Elektrofahrzeuge gebaut werden, konnte ich meinen Beitrag leisten.
  

Hat Ihnen die Meisterschule auch etwas zusätzlich zur Fachqualifikation gebracht?

Vor allem den Respekt vieler Geschäftspartner. Ich bin aktuell Gebietsleiter für Sachsen und kommuniziere viel mit Geschäftsführern und Meistern. Der Meistertitel stärkt mir da den Rücken und ich habe manchmal das Gefühl, ernster genommen zu werden als "nur" mit dem Gesellenbrief.
 

Wem wollen Sie für die Unterstützung während des Meisterstudiums danken? 

Meinen Eltern, die mich erst in diese Richtung gestupst haben und besonders meiner Verlobten. Ihr gebührt, wie bestimmt vielen Partnerinnen und Partnern, eigentlich ein Ehrenmeisterbrief, weil sie den Spagat zwischen Arbeit, Familie und Meisterschule erst möglich gemacht hat. Sie hat sich einfach um alles gekümmert, insbesondere als unser Sohn geboren wurde. Unbezahlbar.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

So weit reichen meine Planungen noch nicht. Erst einmal will ich im Hier und Jetzt anpacken und meine Fähigkeiten weiter ausbauen.

dienemann
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