Lukas Hörnig / Karosserie- und Fahrzeugbauermeister

Was wollte Sie als Kind werden? Archäologe.
  

Warum sind Sie dann jetzt im Kfz-Bereich tätig?

Berufswünsche als Kind und Jugendlicher sind ja in der Regel Wunschvorstellungen, die der Realität weichen müssen. Diese sah in meinem Fall so aus, dass mein Vater Karosseriebau- und Fahrzeugbaumeister ist und eine eigene Firma direkt vor der Haustür hat. Also bin ich in den Beruf hineingewachsen. Zudem sahen die Entwicklungsperspektiven im Handwerk natürlich besser aus, als beim Ausgraben antiker Ruinen.
 

Die Meisterschule haben Sie also absolviert, um in das väterliche Unternehmen einzusteigen?

Genau. Das langfristige Ziel ist es, seine Nachfolge anzutreten. Dafür wollte ich schon zeitig die Grundlagen legen. Aber der Generationswechsel im Betrieb hat noch Zeit. Jetzt will ich den Meisterbrief erst einmal als Basis nutzen, um beruflich in Leipzig Fuß zu fassen, abseits des väterlichen Betriebes Verantwortung zu übernehmen und die Meisterqualifikation mit Praxiserfahrungen zu unterfüttern.
 

Was zeichnet für Sie einen guten Meister aus?

Auf der einen Seite vereinen Meisterpersönlichkeiten gute handwerkliche Fertigkeiten, technisches Verständnis und fachliches Wissen in sich. Wer sich aber dauerhaft von der Masse abheben will, darf nie die Bereitschaft verlieren, sich verbessern zu wollen. Auch Profis gelingt nicht alles auf Anhieb, deshalb ist es für sie besonders wichtig, Lehren aus Instandsetzungen oder Anfertigungen zu ziehen, die nicht optimal gelungen sind. Es heißt ja nicht umsonst "Übung macht den Meister".
 

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf am besten?

Man kann im Handwerk – je nach Gewerk – sehen, fühlen, schmecken und hören, was man Schritt für Schritt geschafft und geschaffen hat. Daraus entsteht viel Zufriedenheit. Ich finde es auch als reizvoll, mit immer neuen Reparaturherausforderungen konfrontiert zu sein. Diese Abwechslung macht Spaß und lässt keine langweilige Routine aufkommen.
 

Welche Themen müsste die Politik anpacken, damit das Handwerk künftig gut aufgestellt ist?

Ständig hört und liest man, dass Fachkräfte gebraucht werden und im MINT-Bereich Nachwuchs fehlt. Wenn man die Weichen so stellt, dass Schule und Berufsschule künftig realitätsnäher gestaltet und eng mit der Wirtschaft verzahnt werden, dürfte das sicher dazu beitragen, diese Herausforderung zu bewältigen.
 

Wem wollen Sie für die Unterstützung während des Meisterstudiums danken?

Natürlich meinem Freundeskreis und meiner Familie, vor allem aber meinem Vater und meiner Freundin, die viel Zeit geopfert haben, um mich zu unterstützen. Besonderer Dank geht aber auch an Herrmann, den Gesellen, der mich während der Lehre unter seine Fittiche genommen hat.

hoernig
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