Bundesministerin Ursula von der Leyen lobt die Betreuungssituation für Kinder
Handwerkskammer zu Leipzig

Impulskonferenz zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Vorteil für Sachsen

Bundesministerin Ursula von der Leyen lobt die Betreuungssituation für Kinder

18. Juni 2009 | "Der demografische Wandel wird unser Land viel nachhaltiger prägen als es die Wirtschafts- und Finanzkrise tun wird", stellte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen anlässlich einer Impulskonferenz über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Leipzig fest.
 

Familienbewusstsein sichert den Erfolg der Wirtschaftsregion

Trotz Krise müsse das Thema Familienbewusstsein bei den Unternehmen auf der Agenda stehen. Nur so können Unternehmen und Wirtschaftsregion langfristig Erfolg haben. In 30 Jahren werde es beispielsweise dreimal so viele 80-Jährige geben wie heute. Pflege und Kindererziehung müssten folglich in unserer Gesellschaft mit dem Beruf besser vereinbar werden.

Von der Leyen diskutierte auf der prominent besuchten Konferenz unter anderem mit Vertretern der regionalen Wirtschaft über Maßnahmen zur Bewältigung dieser Mammutaufgabe. Eines betonte die Ministerin gleich vorweg: Um begehrte Fachkräfte zu halten, müsse man zugleich ihre Rolle als Eltern berücksichtigen. Die gute Betreuungsinfrastruktur in Sachsen sei folglich ein Standortvorteil.
 

Unternehmen müssen Spagat zwischen Familie und Beruf bewältigen

Trotzdem ist ein Spagat erforderlich, um die Öffnungszeiten der Kindertagesstätten und die familiären Bedürfnisse mit den Anforderungen des Unternehmens unter einen Hut zu bringen, bemerkte Peter Wentzlaff vom gleichnamigen Backhaus aus Sornzig (Bild links). Er saß als Handwerksvertreter im Podium.

Wentzlaff, selbst Vater und Großvater, zeigte, welche Maßnahmen er ergreift, damit der Unternehmens- und der Familienalltag der Angestellten funktioniert. Zum Einen setzt er auf Gleitzeit und ein cleveres Schichtsystem, das die Bedürfnisse junger Eltern berücksichtigt. Zum Anderen wird bei Wentzlaff mit einem Überhang an Personal gearbeitet, um kurzfristige Ausfälle aufgrund familiärer Verpflichtungen abzufedern.
 

Familienfreundlichkeit sichert Mitarbeitermotivation

Letzteres zeigt, dass es bei Familienfreundlichkeit auch um die persönliche Herangehensweise des Arbeitgebers und um Investitionsbereitschaft geht. Ein Personalüberhang kostet wie manch andere Maßnahme zunächst einmal Geld. Investitionen, die sich aber in Mitarbeitermotivation, der Attraktivität des Unternehmens und dessen Leistungsfähigkeit auszahlen dürften. Ein Unternehmer wie Wentzlaff hätte sonst wohl kaum investiert.

Trotz solcher Positivbeispiele ist noch einiges zu tun. Vor allem für kleinere Unternehmen, also den Großteil der sächsischen Wirtschaft, stellt Familienfreundlichkeit eine Zusatzbelastung dar, gab PC-Ware-Chef Knut Löschke der Ministerin mit auf den Weg. Als Angebot für Firmen, die ihre Familienorientierung verbessern wollen, besteht die Möglichkeit bei der Allianz Familie + Beruf Leipzig oder der sächsischen Allianz für Familie Erfahrungen auszutauschen und dort gemeinsam mit Gleichgesinnten praxistaugliche Lösungen umzusetzen.