Heiko Dietzold / Maler- und Lackierermeister

Heiko Dietzold.
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Im Schnitt sind die Absolventen des Meisterstudiums etwa 30 Jahre alt. Warum haben Sie sich entschlossen, mit über 40 noch einmal die
Schulbank zu drücken?

Hauptsächlich liegt das daran, dass ich dem Malerhandwerk zwischenzeitlich den Rücken kehren musste. Bis 2010 habe ich im Angestelltenverhältnis als Maler gearbeitet. Das war klasse und ich war so lange glücklich mit dem Job, bis ich gesundheitliche Beschwerden bekam und ihn nicht mehr ausüben konnte. Ein herber Rückschlag, durch den ich mich beruflich neu orientieren musste.

Fortan habe ich dann als Fitnesstrainer gearbeitet. Aber auch wenn es eine schöne Zeit war, sprang der Funke nie so ganz über. Im Gegenzug ist die Leidenschaft für meinen erlernten Beruf nie erloschen. Die Meisterausbildung habe ich schließlich mit dem konkreten Ziel begonnen, ins Malerhandwerk zurückzukommen.

Ich will eine Firma übernehmen und den Beruf, der mir am Herzen liegt, auf eine neue Art und Weise ausführen. Dank der Meisterschule verfüge ich nun über das Rüstzeug, um mich mehr der Planung sowie den betriebswirtschaftlichen Aspekten zu widmen und weniger an der Baustellenfront zu kämpfen. Und es sieht aus, als könnte mein Plan aufgehen. Ich bereite mich gerade als Angestellter darauf vor, in die Fußstapfen eines etablierten Unternehmens zu treten.

Und mal ehrlich: Mit Anfang 40 gehört man nicht zum alten Eisen und sollte um Weiterbildungen keinen Bogen machen. Im Gegenteil, vielleicht hat man da sogar erst die nötige Reife und Erfahrung gesammelt, um Führungsaufgaben zu bewältigen.

Was macht in Ihren Augen eine gute Meisterin beziehungsweise einen guten Meister aus?

Ein guter Handwerksmeister muss vor allem als Unternehmer ein Tausendsassa sein. Er braucht die Fähigkeiten eines exzellenten Praktikers ebenso wie die Kenntnisse eines Geschäftsmanns. Er braucht den betriebswirtschaftlichen Überblick aber auch das Gespür für Details. Außerdem muss er sich bewusst sein, dass auch Fehlschläge passieren können und dass der Erfolg des Unternehmens nicht nur an ihm, sondern auch am Wissen und am Engagement jedes einzelnen Mitarbeiters hängt. Deshalb pflegt er einen fairen Umgang mit der Belegschaft und versucht, Auszubildenden und Mitarbeitern gute Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Klingt eigentlich unschaffbar, oder?
 

  
"Mit Anfang 40 gehört man nicht zum alten Eisen und sollte keinen Bogen um Weiterbildungen machen."
 

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

In zehn Jahren möchte ich zurückblicken können und mich darüber freuen, dass ich mit dem Erwerb des Meisterbriefs die Basis dafür gelegt habe, im Handwerk lange glücklich zu sein. Ich hoffe, dann ein Unternehmen mit zehn Festangestellten zu führen und so erfolgreich zu Wirtschaften, dass sie und ich mit ihren Familien ein sorgenfreies Leben führen können.

Was wollten Sie als Kind werden? Pilot.