Fannys Manufaktur
Fanny Hübner

Fanny's bietet Süßes in besonderen Varianten an

Ein Porträt von Norbert Töpfer.

Die 28-Jährige Bäcker- und Konditormeisterin Fanny Hübner aus Mockrehna fertigt exotische Pralinen, einmalige Torten und süße Buffets für ihre Kunden an. Und das alles im Alleingang.

Ihr Laden befindet sich fast verborgen im Alten Gutshaus in Mockrehna bei Torgau, 150 Meter entfernt von der stark befahrenen Bundesstraße 87. Dabei braucht sich Fanny Hübner mit ihrer Firma "Fanny’s" beileibe nicht zu verstecken. Denn die 28-Jährige fertigt exotische Pralinen, einmalige Torten und süße Buffets für ihre Kunden an. Und das alles im Alleingang. Mit ihrem Angebot dürfte sie in der Region ein Alleinstellungsmerkmal besitzen. Da sie sämtliche ihrer schmackhaften Produkte selbst herstellt, ist ihr Laden im Alten Gutshaus im Winterhalbjahr freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Im Sommer stellt sie ihre Produkte nur auf Bestellung her. Derzeit bereitet sie einen Onlineshop vor.

Einen Vorteil hat allerdings ihr im Hof gelegener Standort: Es gibt genügend Parkplätze für die Kunden. Die junge Frau ist optimistisch, dass sie bald an der Straße ein Hinweisschild für ihr Geschäft aufstellen kann.
 

Guter Geschmack und Augenschmaus

Wer ihren Laden besucht, dem läuft das Wasser im Mund zusammen. Sie bietet Pralinen und Torten in speziellen Geschmacksrichtungen und Farben an. Bunte Pralinen prägen das Angebot. Beispiele: Pralinen mit Füllungen aus Grapefruit-Basilikum, Yuzu-Matcha, Dill-Passionsfrucht und weitere Mischungen. Zum guten Geschmack gesellt sich der Augenschmaus: "Ich biete stets ausgefallene Füllungen an", erklärt die junge Frau, deren Geschäft offiziell "Fanny’s" heißt. Wichtig zudem: 80 Prozent ihrer Pralinen stellt sie nach eigenen Rezepten her, gefertigt mit hochwertigen Rohstoffen. Es werden keine Zusatzstoffe außer den Farbstoffen verwendet. Diese Pralinen bietet sie nur im Winterhalbjahr an. Im Sommer wird ihre Arbeit durch das Herstellen von Torten und süßen Buffets geprägt.

Die junge Bäcker- und Konditormeisterin verrät ihre Firmenphilosophie: "Ich habe keinen Katalog für meine Produkte. Ich gehe auf die Wünsche der Kunden ein und gestalte alle Pralinen, Torten und Büffets individuell." Wenn die Entwicklung der "Ein-Frau-Firma" weiter so positiv verläuft, könne sich Fanny Hübner vorstellen, noch ein bis zwei Mitarbeiter einzustellen, weil vor allem die sommerliche Arbeit für die Herstellung von Torten die junge Frau an ihre Grenzen stoßen lässt. Allein für eine Hochzeitstorte brauche sie sechs bis zwölf Stunden. "Die neuen Mitarbeiter müssen diese Arbeit genauso lieben wie ich, engagiert arbeiten und modellieren können", sagt die Meisterin knallhart. Hohe Ansprüche an sich selbst zu stellen, ist ein weiterer Bestandteil ihrer Strategie. Fanny Hübner liefert alle Torten zu den verschiedensten Anlässen persönlich aus. "Dieser Aufwand lohnt sich für mich mit dem Erfolgserlebnis, wenn ich sehe, wie meine Torten feierlich angeschnitten werden und sich die Kunden darüber freuen." Sowohl bei Familien- als auch bei Firmenfesten sind zudem süße Buffets mit ihren Cake-Pops, Macarons und Cupcakes sehr begehrt.
 

„Der Laden läuft gut.“

Die Liebe zog Fanny Hübner einst nach Mockrehna. Ihren Laden gründete die aus dem Rand-Erzgebirge stammende Frau im September 2016. Die Nordsächsin darf sich doppelte Meisterin nennen, weil sie im Besitz der Meistertitel für das Bäcker- und Konditorenhandwerk ist. Mit dieser respektablen Ausbildung war es für sie schwer, einen Job zu finden, in dem diese Qualifikationen entsprechend honoriert werden. Zudem wolle sie bei der Arbeit ihre Kreativität anwenden. Mit ihrer kleinen Firma erfüllte sie sich ihren beruflichen Traum. Der wiederum erwies sich erwartungsgemäß als äußerst arbeitsreich. "Zwölf Stunden Arbeit täglich sind für mich normal, einschließlich sonnabends. Wenn ich meinen Aufwand herunterrechne, erreiche ich sicher nicht einmal Mindestlohn. Aber ich mache diese Arbeit eben gern. Auch deshalb, weil ich mit meinen Produkten den Kunden Freude bereite. Mit diesem Job kann ich auch meine Liebe zum Detail verwirklichen", erklärt Fanny Hübner. Sie ist zufrieden: "Der Laden läuft gut. Aber ich muss auch hart kalkulieren. Wichtig ist, dass ich davon leben kann."

Dass Fanny Hübner nur an Freitagen verkauft, hat mehrere Gründe. "Ich mache alles allein. Würde ich öfter verkaufen, könnte es passieren, dass zu viel meiner Produkte übrig bleiben, weil mir ja aufgrund meiner Lage noch die Laufkundschaft fehlt. Dazu kommt, dass ich nicht täglich normale Produkte, sondern stets etwas Besonderes anbieten möchte."
 

Die ganze Bandbreite

Apropos Kundschaft: Die meisten Liebhaber von Fannys Produkten kommen aus einem Umkreis von 20 Kilometern. Die Mockrehnaerin hat aber auch schon Hochzeiten und Unternehmensfeiern in den Regionen Leipzig, Dresden und Bitterfeld beliefert. Mit möglicher Konkurrenz hat die junge Frau keinerlei Probleme. Im Gegenteil: Sie arbeitet sogar mit anderen Firmen ihrer Branche in der Region zusammen. Fanny Hübner verweist auf den fachlichen Austausch und die Vermittlung von Kunden, die diese Unternehmen aufgrund zu vieler Aufträge manchmal nicht bedienen können. Dazu zählen die Bäckerei und Konditorei Füchsel in Torgau, die Bäckerei und Konditorei Dorn in Wahrenbrück (Brandenburg), das Kaffeehaus Kraus in Taucha und in Leipzig die Patisserie "Hart & Herzlich".

Die Qualität der Arbeit von Fanny Hübner hat sich schnell herumgesprochen. Aus diesem Grunde weilt sie oft in Dresden. In der dortigen Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Sachsen bildet sie Bäckermeister im Konditorenbereich aus, was eine enorme Wertschätzung der jungen Unternehmerin aus Mockrehna bedeutet. Doch damit gibt sie sich nicht zufrieden. Ich nächsten Jahr absolviert sie eine Weiterbildung zum sogenannten Schokoladensommelier, damit sie die ganze Bandbreite von der Schokoladenherkunft bis zu den aktuellen Schoko-Trends noch besser beherrscht und in ihrem Geschäft anwenden kann.
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Dieser Artikel ist auch im Deutschen Handwerksblatt - Ausgabe der Handwerkskammmer zu Leipzig 05/2019 erschienen.


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Dr. Andrea Wolter

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