Privat

Es begann mit drei Stangen Eisen

Der Bauschlossermeister Andreas Althammer kann auf Vier Jahrzehnte erfolgreiches Unternehmertum zurückschauen.

Vor 40 Jahren setzte Andreas Althammer seinen Wunsch nach selbstständigem Unternehmertum in die Tat um - er hatte gerade sein Meisterstudium mit Auszeichnung abgeschlossen. So konnte der Bauschlossermeister den frischen Wind in den 70er-Jahren der DDR nutzen und als einer der ersten einen Gewerbeschein beim Rat des Kreises für Reparatur und Dienstleistung beantragten. In den historischen Mauern des ehemaligen Kirchschullehens Baalsdorf eröffnete Andreas Althammer am 1. Januar 1977 seine Kunstschmiede.

Ein Lebenstraum erfüllt sich

Mit drei Stangen Eisen, einem alten Gasentwickler, Ambossen und Werkzeug aus dem 19. Jahrhundert ging es los. Die ersten Arbeiten waren Gartentore für Privatkunden, geschmiedete Lampen für den Gesellschaftsraum der LPG, ein modernes Zugangstor für das Grassimuseum sowie andere Tore für das Alte Rathaus Leipzig. Es folgten Restaurierungsarbeiten für den Johannisfriedhof und den Südfriedhof, moderne Metallgestaltungsarbeiten für das Fernsehstudio Halle und Zuarbeiten für den Verband Bildender Künstler.

Schmied, Metallbauer, Kunsthandwerker

Bald schaffte er die Arbeit nicht mehr allein und stellte einen Gesellen und einen ersten Lehrling ein. Durch Ausstellungen in kleinen Galerien und Auftritte mit der Feldschmiede bei Museumsfesten wurde die Werkstatt schnell bekannt. Im März 1979 wurde ihm der Titel "Staatlich Anerkannter Kunsthandwerker für Restaurierung" zuerkannt. Es folgten Aufträge im Denkmalbereich, wie im Schloss Colditz, der Frohnfeste Oschatz und Schloss Machern oder die Kopie der großen Stadtwaage des Waagemuseums. Einen tiefen Einschnitt gab es wie bei vielen anderen Unternehmen mit dem Übergang in die Marktwirtschaft 1989. Die Aufträge blieben aus. Andreas Althammer gab nicht auf, sondern nahm seine historische Feldschmiede und bot seine Leistungen mit unterschiedlichem Erfolg in Niedersachsen und am Rhein an. Bald erhielt er die ersten Aufträge in den alten Bundesländern und wenig später folgten weitere in der Region Leipzig. Die Werkstatt wurde zu klein, Althammer baute an und stellte neue Mitarbeiter ein. In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends kamen Anfragen aus der ganzen Welt. Der Kunstschmied arbeitete in den USA, den Niederlanden und in fast allen deutschen Großstädten. Einer seiner größten Aufträge waren die Restaurierungsarbeiten am Osloer Dom.

Wissen und Können weitergegeben

Für viele seiner Arbeiten erhielt er Auszeichnungen, unter anderem mehrfach den Denkmalpflegepreis der Handwerkskammer zu Leipzig. 2013 erhielt das Unternehmen den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege für die Restaurierungs- und Instandsetzungsarbeiten am Adlertor Kees‘scher Park Markkleeberg. Sein Wissen und Können hat der Bauschlossermeister Andreas Althammer immer weitergegeben, vor allem an seine Töchter. Zwei erlernten das Handwerk. Die jüngste Tochter Elisabeth ist Metallbauermeisterin, Fachrichtung Metallgestaltung, und führt das Unternehmen weiter. Zur den Jubiläumsfeierlichkeiten konnten Andreas Althammer und seine Tochter viele Gäste begrüßen. Neben Freunden, Kunden und Partnern auch Vertreter aus Politik, unter anderem der Leipziger Stadtrat und Bahnrad-Olympiasieger Jens Lehmann, und Wirtschaft begrüßen. Im Namen der Handwerkskammer zu Leipzig gratulierte der Präsident Claus Gröhn. Er würdigte vor allem die gelungene Betriebsübergabe. "Die Nachfolge zu regeln, ist eine große Herausforderung für ein Unternehmen und kostet viel Anstrengung. In der Familie Althammer ist dies vorbildlich gelungen."

Mehr Informationen

  www.andreas-althammer.de

Unternehmen im Fokus

Das Handwerk der Stadt Leipzig sowie der Landkreise Leipzig und Nordsachsen bildet das Fundament der regionalen Wirtschaft. Verantwortungsvolle und clevere Unternehmer stehen mit ihren Namen für Qualität und Zuverlässigkeit. Um die Bandbreite des Wirtschaftsbereichs zu zeigen, werden unter der Überschrift "Unternehmen im Fokus" in unregelmäßiger Folge Unternehmen exemplarisch vorgestellt.

Dieser Artikel ist auch im Deutschen Handwerksblatt - Ausgabe der Handwerkskammmer zu Leipzig 05/2017 erschienen.


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Dr. Andrea Wolter

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