Einer für alle, alle für einen
Handwerkskammer zu Leipzig

Einer für alle, alle für einen

Ein Porträt von Andrea Wolter.

Handwerkskammerpräsident Claus Gröhn macht bei Bezirksschornsteinfegermeister Dieter Schärschmidt in Großlehna Station.

Wenn Schwarzarbeit legal ist, dann sind die Schornsteinfeger am Werk. Aber so richtig schwarz ist nur noch die Berufskleidung. Der Beruf hat sich grundlegend gewandelt. Während früher der Kehrbesen das wichtigste Werkzeug der Zunft war, dominieren heute moderne Messgeräte. Dennoch wird die Tradition in diesem Handwerk großgeschrieben. Manchmal auch die Familientradition, wie beispielsweise bei den Schärschmidts aus Großlehna, einem Ortsteil von Markranstädt. Drei Generationen steigen heute den Leuten sprichwörtlich aufs Dach: Bezirksschornsteinfegermeister und Familienoberhaupt Dieter Schärschmidt, dessen Sohn Tino, der beim Vater den Beruf erlernt hat und heute ebenfalls selbstständiger Meister ist, sowie Enkel Roy Blumentritt, seit Januar Schornsteinfegergeselle. "Ich habe mich umgesehen, Praktika gemacht und bewusst für den Beruf entschieden - ganz freiwillig", sagt Roy. Ausgebildet wurde er von einem Berufskollegen. "Es war wichtig, Erfahrungen zu sammeln, bevor man in den Familienbetrieb einsteigt."
 

Fokus Fachkräftenachwuchs

Die Ausbildung des Fachkräftenachwuchses ist für Dieter Schärschmidt immer wichtig gewesen. An sieben junge Menschen hat er sein Wissen und Können weitergegeben. "Und aus allen ist etwas geworden: Vier sind Schornsteinfegermeister und selbstständig", freut er sich. Nachwuchssorgen kennt die Schornsteinfegerfamilie nicht. "Bewerber gibt es ausreichend. Aber wir können nicht jeden nehmen. Die Ausbildung ist anspruchsvoll", unterstreicht Schärschmidt. Eric Prautzsch hat den Anforderungen entsprochen, er absolviert gerade sein zweites Ausbildungsjahr bei Meister Tino Schärschmidt. Fast 50 Jahre ist sein Vater Dieter Glücksbringer von Beruf. "Ich werde noch heute von mancher jungen Frau umarmt“, lacht der. Und in den Jahren hat er auch so manchen Blick auf Frauen werfen können, die sich völlig unbeobachtet fühlten. „Vom Dach aus hat man einen besonderen Blick", schmunzelt auch Dachdeckermeister Claus Gröhn, der in seiner Funktion als Handwerkskammerpräsident den Betrieb besuchte.
 

Ein Beruf im Wandel

Rund 3.000 Grundstücke betreut Meister Dieter Schärschmidt, 85 Prozent davon mit Gas- und Ölheizungen. Doch so mancher Heizkessel ist in die Jahre gekommen. "Alle Kessel ab Baujahr 1995 erhalten im Rahmen der Feuerstättenschau ein Energielabel, ähnlich wie bei Waschmaschinen und Kühlschränken", erklärt er. "Die Kunden haben so eine Orientierung, wie effizient ihre Kessel sind. Werden Grenzwerte überschritten, empfehlen wir den Austausch. Auch das zeigt den Wandel in unserem Beruf. Der Anteil an Energie- und Brandschutzberatung ist immens gewachsen." Der Schornsteinfegerspruch "Einer für alle, alle für einen" trifft auch auf Schärschmidts ehrenamtliches Engagement zu. Sich einzusetzen für andere, liegt ihm im Blut. Er ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, im Reit- und Heimatverein, im Schulförderverein, im Gemeindekirchenrat, im Eisenbahnverein, im Stadtrat Leuna, Ehrenmitglied im Männerchor und im anhaltinischen Kötzschau - seinem Wohnort - seit mehr als einem Vierteljahrhundert stellvertretender Bürgermeister.



Unternehmen im Fokus

Das Handwerk der Stadt Leipzig sowie der Landkreise Leipzig und Nordsachsen bildet das Fundament der regionalen Wirtschaft. Verantwortungsvolle und clevere Unternehmer stehen mit ihren Namen für Qualität und Zuverlässigkeit. Um die Bandbreite des Wirtschaftsbereichs zu zeigen, werden unter der Überschrift "Unternehmen im Fokus" in unregelmäßiger Folge Unternehmen exemplarisch vorgestellt.

Dieser Artikel ist auch im Deutschen Handwerksblatt - Ausgabe der Handwerkskammmer zu Leipzig 08/2017 erschienen.


wolter-andrea www.foto-zentrum-leipzig.de

Dr. Andrea Wolter

Pressesprecherin

Dresdner Straße 11/13
04103 Leipzig
Tel. 0341 2188-155
Fax 0341 2188-25155
wolter.a--at--hwk-leipzig.de