Eine Investition, die sich lohnt
Robert Iwanetz

Eine Investition, die sich lohnt

Ein Porträt von Robert Iwanetz.

Die Tischlerei Winkler aus Liebschützberg präsentiert ihre selbstgefertigten Massivholztreppen seit über 20 Jahren auf der "mitteldeutschen handwerksmesse" - auch diesmal mit Erfolg.

Es vergehen gerade die letzten Stunden in Halle 5 auf der diesjährigen "mitteldeutschen handwerksmesse" (mhm), als sich Lutz Winkler einen kurzen Moment der Ruhe gönnt und erst einmal tief durchatmet. Zusammen mit seiner Frau Rita hat er ein weiteres Jahr Messebetrieb bewältigt. Sie haben Hunderte Prospekte verteilt und viele wichtige Gespräche mit potenziellen Kunden geführt. Sogar ein Bauträger war darunter, der eine mögliche Zusammenarbeit anbot, was Winkler schon seit Jahren nicht mehr erlebt hat. "Mein Bauchgefühl ist gut, aber letztlich kann man eine Messe nie richtig konkret abrechnen", zieht der Tischlermeister ein erstes Fazit. Aus eigener Erfahrung weiß er: Manchmal melden sich Kunden, die ihn auf der Messe erlebten, auch erst nach zwei Jahren.

So seien die Zeiten lange vorbei, als noch am Messestand die Auftragsbestätigungen unterschrieben wurden. "Heute passiert das alles im Nachgang", erklärt der 55-Jährige. Sein selbsterklärtes Minimalziel lautet immer: Die entstandenen Kosten hereinzuholen - die im unteren vierstelligen Bereich liegen. Schlaflose Nächte bereitet ihm das aber nicht. Für Lutz Winkler ist es bereits die 21. Messe in Leipzig. Das erste Mal hatte er seinen Stand noch auf dem alten Messegelände. Mit Ausnahme einer kurzen Pause Anfang der Zweitausenderjahre ist seine Firma Stammgast auf der mhm. „Für uns ist es die einzige öffentlichkeitswirksame Werbung, die sich lohnt“, sagt Winkler. Anzeigen schalten sie schon seit Jahren nicht mehr. Andere Messen liegen zu weit entfernt vom Einzugsgebiet der Firma.
 

Stammgast auf der mhm

Die Tischlerei Winkler sitzt in einem Ortsteil von Liebschützberg bei Oschatz. Der Großteil der Kunden beschränkt sich auf Sachsen, auch wenn sich immer einmal wieder Aufträge im gesamten Bundesgebiet oder sogar der Schweiz ergeben. Lutz Winkler gründete die Tischlerei am 1. Januar 1990 - schon zu DDR-Zeiten hatte er eine Betriebsgenehmigung erhalten. "Dann kam aber die Wende dazwischen", erzählt Rita Winkler, die im Unternehmen die Buchhaltung übernimmt. Eigentlich plante man, Möbel zu bauen, aber dann wurden mehr und mehr Treppen nachgefragt - und es entwickelte sich das heutige Hauptgeschäftsfeld.
 

Positive Resonanz bei Besuchern

Das Team aus fünf Mitarbeitern hat sich auf hochwertige und individuelle nach Kundenwünschen gefertigte Massivholztreppen spezialisiert. Ausgefallene Entwürfe können manchmal so viel wie ein Kleinwagen kosten. Lutz Winkler verbaute seine Treppen und das passende Zubehör schon am Familiensitz von Karl-Theodor zu Guttenberg oder im Hotel Adlon in Berlin. Auf der mhm präsentierte er in diesem Jahr auf seinem 20 Quadratmeter großem Stand eine moderne Faltwerktreppe und eine rustikalere Landhaus-Ausgabe aus gebeiztem Buchenholz, die beide viel positive Resonanz bei den Besuchern erzeugten.
 

Mehr Fachpublikum gewünscht

"Ich war mit dem Besucheraufkommen generell sehr zufrieden", erzählt Lutz Winkler. Allerdings sehe er die Entwicklung kritisch, dass immer weniger wirkliche Handwerksbetriebe auf der Messe vertreten seien. "Man muss aufpassen, dass die Messe nicht zu einem reinen Show-Event verkommt", konstatiert der Geschäftsführer. So würde er sich einen höheren Anteil an Fachpublikum wünschen, wie es in den Anfangsjahren der Messe der Fall war. Trotzdem ist für ihn jetzt schon klar: "Wir kommen auch im nächsten Jahr wieder."

Mehr Informationen

www.tischlerei-winkler.de

Unternehmen im Fokus

Das Handwerk der Stadt Leipzig sowie der Landkreise Leipzig und Nordsachsen bildet das Fundament der regionalen Wirtschaft. Verantwortungsvolle und clevere Unternehmer stehen mit ihren Namen für Qualität und Zuverlässigkeit. Um die Bandbreite des Wirtschaftsbereichs zu zeigen, werden unter der Überschrift "Unternehmen im Fokus" in unregelmäßiger Folge Unternehmen exemplarisch vorgestellt.

Dieser Artikel ist auch im Deutschen Handwerksblatt - Ausgabe der Handwerkskammmer zu Leipzig 04/2019 erschienen.


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Dr. Andrea Wolter

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