Besondere Vorsicht in der FerienzeitEin »Ja« am Telefon, schon kommt die Rechnung

Unternehmerinnen und Unternehmer sollten ihre Belegschaft für die Masche des »Adressbuchschwindels« sensibilisieren. In der Ferienzeit, wenn Büros durch Urlaube unterbesetzt sind, versuchen Gauner verstärkt mit Anrufen, E-Mails oder Briefen, Betriebe zu kostspieligen Vertragsabschlüssen zu drängen. 

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Abzocke hat leider immer Konjunktur

Derzeit fallen vermehrt Chefs und Mitarbeiter in der Region Leipzig auf eine perfide Telefonmasche herein. Das läuft wie folgt: Das Telefon klingelt zwischen Auftragsabwicklung, Materialbestellung und Kundenanfragen. Der Anrufer gibt sich seriös, verweist auf ein Branchenverzeichnis.

Man habe nur eine kurze Rückfrage zu einem bestehenden Eintrag. Ob die Daten noch aktuell seien und man diese kurz bestätigen könne. Oder es wird behauptet, das Unternehmen hätte die Kündigungsfrist für einen Eintrag versäumt und der Anrufer bietet großzügig die Kündigung des Vertrages zum nächstmöglichen Zeitpunkt an. Vorsicht Falle!

»Sind die Daten noch aktuell?«

Wer sich im Eifer des Gefechts auf das Gespräch einlässt und sich vielleicht sogar zu einem »Ja« hinreißen lässt, ärgert sich spätestens nach einigen Tagen. Dann kommt eine deftige Rechnung über den Firmeneintrag in einem (Online-)Verzeichnis. Oft werden mehrere hundert Euro pro Jahr gefordert, nicht selten mit mehrjährigen Laufzeiten. Wer nicht zahlt, bekommt Post vom Inkassobüro. Das Problem: Das »Ja« am Telefon kann mitgeschnitten und – aus dem Zusammenhang gerissen – als angeblicher Vertragsabschluss interpretiert werden.

»Verstehen Sie mich?«

Besonders dreißt wird es, wenn die Anrufer mit »Verstehen Sie mich?« dem Gegenüber ein »Ja« als Antwort entlocken. Wenn es doch passiert, ist es nervig und zeitaufwändig, sich zu wehren. 

Seit Jahren warnt die Handwerkskammer vor dem zwielichtigen Geschäftsmodell, das sich leider hartnäckig hält und von den Gaunern ständig angepasst wird. Die Masche funktioniert vor allem weil in KMU die Zeit oft knapp ist und eine Bestätigung von Firmendaten fast nebensächlich erscheint. Genau mit dieser Routine arbeiten die Anbieter derzeit.

Keinesfalls Zahlungen tätigen. 

Wer getäuscht wurde und eine Rechnung erhalten hat, sollte auf keinen Fall Zahlungen tätigen und sich stattdessen unter 0341 2188-201 mit der Handwerkskammer in Verbindung setzen.

In der Regel kann man sich aufgrund des irreführenden Charakters der Kommunikation gegen diese Forderungen wehren.

Besser ist es aber in jedem Fall, die Kolleginnen und Kollegen regelmäßig dafür zu sensibilisieren, nichts vorschnell zu bestätigen, keine ungeprüften Aussagen am Telefon – vor allem kein automatisches »Ja« – zu tätigen. Am besten immer erst die angeblichen Vertragsunterlagen abfordern oder das Gespräch sofort beenden.

Infoseite zum Thema »Abzocke«

Früher per Post, heute am Telefon.

Früher fand der Adressbuchschwindel per Fax oder Postzusendung statt. Auf dem Schreibtisch landeten oft Schreiben in amtlicher Aufmachung. Wer die Firmendaten bestätigte oder korrigiert zurücksandte, ging einen Vertrag ein. Die teuren Details wurden geschickt im Kleingedruckten versteckt. Wer Geld und Nerven sparen wollte, musste einfach gar nicht reagieren und konnte die Zusendungen einfach wegwerfen.

Heute hat sich ein Teil des dubiosen Geschäfts in die Telefonakquise verlagert. Das ist noch schwerer kontrollierbar, psychologisch aber oft effektiver. Die Masche bleibt jedoch grundsätzlich gleich. Es wird ein bestehendes Verhältnis suggeriert, kombiniert mit dem subtilen Druck, nur noch eine Kleinigkeit klären zu müssen. 

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