Medieninformation vom 6. März 2026Das Handwerk – offen, modern, vielseitig

Ob als Unternehmerin, Meisterin, Ausbilderin oder Nachfolgerin – Frauen im Handwerk leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur wirtschaftlichen Stärke und gesellschaftlichen Entwicklung. Ihre Geschichten stehen exemplarisch für eine Branche im Wandel, die durch weibliche Perspektiven gewinnt.

Robert Kneschke / stock.adobe.com

Für Frauen, die anpacken und etwas bewegen wollen

6. März 2026 | Ob als Unternehmerin, Meisterin, Ausbilderin oder Nachfolgerin – Frauen im Handwerk leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur wirtschaftlichen Stärke und gesellschaftlichen Entwicklung. Ihre Geschichten stehen exemplarisch für eine Branche im Wandel, die durch weibliche Perspektiven gewinnt.

Zum Internationalen Frauentag am 8. März würdigt das Handwerk die wachsende Zahl von Frauen, die in Berufen arbeiten, die lange als »klassische Männerdomänen« galten, und zeigt, welche Chancen jungen Frauen heute offenstehen. Ob Dachdeckerin, Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder Kraftfahrzeugtechnikerin: Immer mehr Frauen meistern täglich souverän anspruchsvolle technische Tätigkeiten. Mechatronikerinnen übernehmen komplexe Diagnosen, Tischlerinnen gestalten Möbelentwürfe, die Design und Präzision verbinden. Auch im Bauhandwerk setzen Frauen Akzente: Maurerinnen leiten Baustellenteams, Fliesenlegerinnen arbeiten mit beeindruckender Detailgenauigkeit, und in der Maler- und Lackiererbranche bestimmen Frauen zunehmend Trends in Gestaltung und Raumkonzepten. Gleichzeitig prägen Bäckerinnen, Konditorinnen und Friseurmeisterinnen weiterhin starke traditionelle Gewerke – zunehmend in verantwortungsvollen Führungsrollen oder als erfolgreiche Gründerinnen.

»Das Handwerk bietet jungen Frauen heute vielfältige Wege – von der Ausbildung über den Meister bis zur Selbstständigkeit«, betont der Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Matthias Forßbohm. Moderne Technik, digitale Werkzeuge und flexible Karrierewege machen handwerkliche Berufe so attraktiv wie nie.

Zum Frauentag lädt das Handwerk Mädchen und junge Frauen ein, ihre Fähigkeiten auszuprobieren, traditionelle Rollenbilder zu hinterfragen und ihren eigenen beruflichen Weg zu wählen. Bei Praktika, Werkstatttagen und Ausbildungsangeboten in Betrieben und im Bildungszentrum der Handwerkskammer können sie erleben, wie vielseitig, kreativ und zukunftsstark das Handwerk wirklich ist.

Eine Möglichkeit zum Ausprobieren und Informieren im Bereich Bau/Ausbau bietet der Zukunftstag »Pack’s an« am 18. April 2026 von 9 bis 15 Uhr im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer zu Leipzig. Informationen unter www.hwk-leipzig.de/zukunftstag.
 

»Man darf und muss jungen Frauen auch in vermeintlichen Männerberufen etwas zutrauen. Manchmal sind sie sogar versierter als ihre männlichen Kollegen.«

Rebecca-Magdalena Berger, Maler- und Lackiermeisterin aus Leipzig


Was vermissen Sie im Handwerk oder was nervt Sie?

Nicht nur im Handwerk, sondern generell stören mich fehlende Aufgeschlossenheit und veraltete Denk- beziehungsweise Rollenmuster. Wenn sich junge Frauen beispielsweise ständig erklären müssen, warum sie sich für etwas »Männertypisches« entschieden haben, finde ich das für unsere heutige Zeit rückschrittlich. Man darf und muss jungen Frauen auch in vermeintlichen Männerberufen etwas zutrauen. Manchmal sind sie sogar versierter als ihre männlichen Kollegen.

Anika Dollmeymer

Was vermissen Sie im Handwerk oder was nervt Sie?

Nicht nur im Handwerk, sondern generell stören mich fehlende Aufgeschlossenheit und veraltete Denk- beziehungsweise Rollenmuster. Wenn sich junge Frauen beispielsweise ständig erklären müssen, warum sie sich für etwas »Männertypisches« entschieden haben, finde ich das für unsere heutige Zeit rückschrittlich. Man darf und muss jungen Frauen auch in vermeintlichen Männerberufen etwas zutrauen. Manchmal sind sie sogar versierter als ihre männlichen Kollegen.

Klingt fast so, als haben Sie den Abschluss als Meisterin auch deshalb angepeilt, um sich Respekt zu verschaffen?

Das habe ich eigentlich nicht nötig. Die Fortbildung habe ich hauptsächlich gemacht, um mich selbst fachlich und persönlich weiterzuentwickeln – nicht, weil ich jemand anderem etwas beweisen wollte. Mir war auch schon zu Beginn der Lehre klar, dass ich nach dem Berufsabschluss nicht auf dem Gesellenlevel bleiben möchte. Ich wollte den Meistertitel erreichen und bin sehr froh, dass mich mein Arbeitgeber auf diesem Weg unterstützt hat.

Apropos Unterstützung. Wem wollen Sie noch für die Hilfe während der Kurs- und Prüfungsphasen danken?

In erster Linie meiner Frau. Sie hatte viel Geduld mit mir und Verständnis dafür, dass ich meine Prioritäten zeitweise verändern musste, wenig Zeit und dafür viel schlechte Laune hatte. Natürlich danke ich auch meinen Freunden und meiner Familie. Von beiden Seiten gab es stets motivierende Worte, selbst wenn ich mal ganz die Nase voll hatte von dem ganzen (Lern-)Stress.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, um das Handwerk insgesamt nach vorn zu bringen. Welche wären das?

Wunsch 1: Eine bessere Bezahlung. Die körperliche Belastung in vielen Gewerken sollte mit höherer Entlohnung begegnet werden. Wunsch 2: Mehr Sichtbarkeit für Frauen im Handwerk – nicht nur als Ausnahme, sondern als Selbstverständlichkeit. Wunsch 3: Mehr Schulabgänger entscheiden sich künftig für eine handwerkliche Ausbildung und erkennen, dass Handwerk ein Berufsfeld mit Zukunft und mit Sinn ist.

Kontakt

Marco Kitzing

Anett Fritzsche

Pressesprecherin

Dresdner Straße 11/13

04103 Leipzig

Tel. 0341 2188-155

Fax 0341 2188-25155

fritzsche.a--at--hwk-leipzig.de