Ausfüllhinweise zum "Lehrvertrag online"

Mit dem Lehrvertrag online können Betriebe schnell und komfortabel Ausbildungsverträge erstellen und an die Handwerkskammer übermitteln – fast ohne Papierkram. Doch manchmal gibt es kleinere Hürden beim Ausfüllen der Felder zu bewältigen. Wie ist der Urlaubsanspruch zu berechnen? Welche Regelungen gelten hinsichtlich der Ausbildungsvergütung? Damit bei der Registrierung des Lehrvertrags kein zeitlicher Verzug eintritt, haben wir hier einige Hinweise zum Ausfüllen des Online-Formulars gesammelt. Im Zweifelsfall steht das Team der Lehrlingsrolle und der Ausbildungsberatung gern mit Rat und Tat zur Seite.

 

Block 1 | Grundlegende Vertragsdaten

 

Lehrvertrag online / Screenshot
 



Betriebsnummer nach § 18 I SGB IV

Hier ist die Betriebsnummer des Ausbildungsbetriebes bei der Bundesagentur für Arbeit anzugeben. Die Nummer ist eine achtstellige Zahl, die in der Regel unter dem Kürzel "AG-Nummer" auf den monatlichen Mitteilungen an die Sozialversicherung zu finden ist.
 

Betriebsnummer (Handwerkskammer)

Dies ist die Nummer, mit der ein Betrieb bei der Handwerkskammer registriert ist. Die Nummer ist beispielsweise auf der Handwerkskarte hinterlegt.

Wenn sich ein Betrieb im Login-Bereich der Handwerkskammerwebseite verknüpft hat, sind diese Daten bereits vorausgefüllt.
 

Ausbildungsstätte, wenn vom Betriebssitz abweichend

Dieser Abschnitt ist nur dann auszufüllen, wenn die gesamte Ausbildung an einem Ort stattfindet, der von der Firmenanschrift abweicht. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Auszubildender ausschließlich in einer Filiale ausgebildet wird.
 

Ärztliche Erstuntersuchung / Attest

Ein Attest muss nur bei minderjährigen Lehrlingen in Kopie an den Lehrvertrag angehängt werden. Attest erhält der Lehrling bei seinem Hausarzt.

Die Untersuchung darf bei Ausbildungsbeginn nicht länger als 14 Monate zurückliegen. Eine weitere Nachuntersuchung ist für Jugendliche nach 12 Monaten nach Ausbildungsbeginn vorgeschrieben.
 

Gesetzlicher Vertreter

Diese Angabe ist nur notwendig bei minderjährigen Lehrlingen. Wenn beide Elternteile das Sorgerecht haben, müssen auch beide den Lehrvertrag unterzeichnen. Sollte nur ein Elternteil sorgeberechtigt sein, muss darüber ein Nachweis dem Lehrvertrag beigefügt werden.
 

Block 2 | Ausbildungsberuf und Berichtsheft

 

Lehrvertrag online / Screenshot
 



Berufsbezeichnung

Hier ist aus der Liste die korrekte Bezeichnung des Berufes auszuwählen. Sofern es sich um eine Ausbildung handelt, die mit bestimmten Fachrichtungen oder Schwerpunkten erfolgt, ist anschließend die entsprechende Auswahl zu treffen.
 

Berichtsheft

Hier ist anzukreuzen, ob der Ausbildungsnachweis schriftlich oder elektronisch – beispielsweise per App – geführt wird.
 

 

 

 

Block 3 | Angaben A bis F zum Ausbildungsvertrag

 

Lehrvertrag online / Screenshot 2
 



A: Ausbildungszeit

Die Ausbildungszeit ist gesetzlich in der Verordnung für jeden Beruf geregelt. Bei Unsicherheit empfiehlt sich ein Blick in die Berufedatenbank des Bundesinstitutes für Berufsbildung unter www.bibb.de.

Eine Verkürzung der regulären Ausbildungszeit ist möglich, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Das kann eine vorhergehende Ausbildung im selben Beruf oder eine berufliche Vorbildung wie ein Berufsgrundjahr oder eine Einstiegsqualifizierung der Fall sein. Auch wenn der Auszubildende älter als 21 Jahre bei Ausbildungsbeginn ist oder über bestimmte Schulabschlüsse verfügt, kann eine verkürzte Ausbildung erfolgen. Wer mit Abitur ins Handwerk startet, kann bis zu zwölf Monate verkürzen, mit einem Realschulabschluss sind bis zu sechs Monate Verkürzung der Lehrzeit möglich. In jedem Fall sind dem Lehrvertrag dann entsprechende Nachweise beizufügen.
 

A: Ausbildungsform

Die "reguläre" Vollzeitausbildung ist nicht die einzige Möglichkeit, um im Handwerk zu starten. Seit 2020 ist die Teilzeitausbildung möglich. Die Kürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit darf jedoch nicht mehr als 50 Prozent der normalen Ausbildungszeit betragen. Die Gesamtdauer der Ausbildung verlängert sich entsprechend der Kürzung, höchstens jedoch bis zum Eineinhalbfachen der regulären Ausbildungszeit. Die Vergütung ist prozentual der Kürzung der Ausbildungszeit zu zahlen.
 

B: Probezeit

Jedes Ausbildungsverhältnis beginnt zwingend mit einer Probezeit, die mindestens einen Monat und höchstens vier Monate betragen darf (§ 20 Berufsbildungsgesetz).

Alle anderen kürzeren oder längeren Vereinbarungen sind nicht statthaft.
 

C: Ausbildungszeit pro Tag / Woche

Wenn keine tariflichen Regelungen für den Betrieb getroffen sind, richten sich die gesetzlichen Vorgaben zur Arbeitszeit nach dem Arbeitszeitgesetz beziehungsweise bei Minderjährigen nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz. Minderjährige dürfen maximal 8 Stunden täglich und maximal 40 Stunden wöchentlich ausgebildet werden.

D: Ausbildungsvergütung

Hier ist die monatliche Bruttovergütung für den Auszubildenden zu hinterlegen. Diese muss angemessen sein und mindestens jährlich ansteigen. Sie richtet sich entweder nach dem Berufsbildungsgesetz (§ 17 BBiG | Vergütungsanspruch und Mindestvergütung | www.gesetze-im-internet.de) oder nach den tarifvertraglichen Regeln für das jeweilige Gewerk. Letztere werden vor dem BBiG angewendet. Das gilt auch für nicht tarifgebundene Ausbildungsbetriebe. Letztere dürfen die tarifliche Ausbildungsvergütung um nicht mehr als 20 Prozent unterschreiten.

Näheres im Artikel "Ausbildungsvergütung".

 

E: Urlaub

Hier ist der Urlaubsanspruch des Auszubildenden für jedes Kalenderjahr (nicht Ausbildungsjahr) konkret einzutragen. Im Ein- und Austrittsjahr ist der Urlaubsanspruch gegebenenfalls anteilig, nach den Vorgaben des Bundesurlaubsgesetzes zu kürzen (§ 4 Wartezeit | Bundesurlaubsgesetz / § 5 Teilurlaub | Bundesurlaubsgesetz | www.gesetze-im-internet.de). Endet das Ausbildungsverhältnis nach einer Ausbildungszeit von mehr als sechs Monaten im Kalenderjahr, ist voller Jahresurlaub anzugeben.

Es sind jeweils Werk- oder Arbeitstage anzugeben. Werktage sind alle Tage, die nicht Sonn- oder Feiertage sind. Insoweit wird auf eine regelmäßige Sechstagewoche abgestellt. Bei regelmäßiger Ausbildung an weniger Tagen, wird der Urlaub in Arbeitstagen angegeben.

Ist der Auszubildende minderjährig, muss außerdem das Jugendarbeitsschutzgesetz (§ 19 Urlaub | JArbSchG | www.gesetze-im-internet.de) beachtet werden. Maßgeblich für die Urlaubsberechnung ist das Alter zu Beginn eines jeden Kalenderjahres. Soweit nicht für den Auszubildenden günstigere Urlaubsregelungen zur Anwendung kommen, besteht ein jährlicher Urlaubsanspruch von:

  • mindestens 30 Werktagen oder 25 Arbeitstagen, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16 Jahre alt ist,
  • mindestens 27 Werktagen oder 23 Arbeitstagen, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 17 Jahre alt ist,
  • mindestens 25 Werktagen oder 21 Arbeitstagen, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 18 Jahre alt ist,
  • mindestens 24 Werktagen oder 20 Arbeitstagen, wenn der Auszubildende zu Beginn des Kalenderjahres das 18. Lebensjahr bereits vollendet hat.
     

F: Sonstige Vereinbarungen

Sonstige Vereinbarungen, die nicht unter "F" niedergelegt sind, sind unter "F" mit dem Hinweis "siehe Vereinbarung vom …" beziehungsweise "siehe Anlage …" zu bezeichnen, in einem gesonderten Dokument niederzulegen, von beiden Vertragsparteien zu unterzeichnen und diesem Berufsausbildungsvertrag beizufügen.
 

Block 4 | Ausbilder

 

Lehrvertrag online / Screenshot 4
 



Ausbilder

Der Betriebsinhaber (das ist die Regel) oder ein Arbeitnehmer des Unternehmens kann als Ausbilder fungieren, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.

Im Feld "Ausbildungsberechtigung" ist anzugeben, über welche Qualifikationen der betreffende Ausbilder verfügt.

Sofern ein Unternehmer/Arbeitnehmer noch nicht als Ausbilder registriert ist, sollte die Berechtigung mit dem Team der Ausbildungsberatung der Handwerkskammer geklärt werden.
 

Block 5 | Betrieb

 

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Betrieb

Die Anzahl der Mitarbeiter, der Fachkräfte und der bestehenden Lehrverhältnisse gibt Auskunft darüber, ob alle betreffenden Lehrlinge entsprechend des Berufsbildungsgesetzes ausgebildet werden kann.

Block 6 und Block 7 | Auszubildender und Berufsschule

 

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Schulabschluss / Vorqualifizierungen

Hier ist anzugeben, über welchen Schulabschluss der Auszubildende verfügt. Außerdem sind Informationen über absolvierte Berufsvorbereitungen, Berufsgrundbildungsmaßnahmen sowie vorangegangene Ausbildungsaktivitäten zu erbringen. Das gilt insbesondere dann, wenn eine Verkürzung der Ausbildungszeit angestrebt wird.
 

Berufsschule

Grundsätzlich sind Auszubildende berufsschulpflichtig. Es gibt allerdings Ausnahmen. (Alter, Vorbildung usw. – Befreiung über die Berufsschule) Auch wenn keine Berufsschulpflicht besteht, empfiehlt es sich, den Lehrling zu beschulen.

In Sachsen gilt das Wohnortprinzip des Lehrlings. Dieser muss vom Ausbildungsbetrieb an der betreffenden Berufsschule angemeldet werden. Das Team der Ausbildungsberatung unterstützt gern bei der Zuordnung.

Weiterführende Informationen zu Berufsschulen im Freistaat Sachsen sowie zum Teilschulnetzplan für die berufsbildenden Schulen gibt es unter www.schule.sachsen.de.
 

Block 8 | Öffentliche Förderung

 

Lehrvertrag online / Screenshot 9
 



Förderung

Wenn Sie regulär im Dualen System ausbilden, wird das Ausbildungsverhältnis nicht gefördert. Sonderfälle sind Förderungen über die Bundesagentur.
 

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