Anzahl ausländischer Azubis im sächsischen Handwerk auf Höchststand

Zahlen in sächsischen Unternehmen knacken die 1.000er-Marke. Bäcker- und Kfz-Branche sind besonders beliebt. Ein gutes Signal angesichts der schrumpfenden Erwerbsbevölkerung. Größte Hürde für die berufliche Integration bleibt weiterhin der Spracherwerb.

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Fachkräftemangel: Integration ausländischer Fachkräfte ist Teil der Lösung

Mehr als 1.000 junge Ausländer werden derzeit in sächsischen Handwerksbetrieben ausgebildet. Das sind so viele Frauen und Männer wie noch nie. Zum Vergleich: 2022 waren es 620, im letzten Jahr 751. Das hat der Sächsische Handwerkstag ermittelt.

Wie aus den Statistiken der Handwerkskammern Chemnitz, Dresden und zu Leipzig hervorgeht, sind besonders die Berufe Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Kfz-Mechatroniker, Friseur, Elektroniker und Bäcker beliebt. Die Lehrlinge kommen zum wesentlichen Teil aus Vietnam (Arbeitsmigration), Syrien, der Ukraine, Venezuela, Afghanistan und dem Irak (alle Fluchtmigration). 

»Das Handwerk trägt maßgeblich zur Integration im Freistaat bei«, sagt Uwe Nostitz, Bauunternehmer und Präsident des Sächsischen Handwerkstages (SHT). »Das ist angesichts des demografischen Zustandes unserer Gesellschaft auch besonders wichtig.« So erhielten im Jahr 2024 insgesamt 47.142 Menschen in Sachsen erstmals eine Altersrente der gesetzlichen Rentenversicherung. Zum Vergleich: Laut Statistik gab es im selben Jahr knapp 34.000 Schulabgänger. Hinzu kommt eine seit Jahren sinkende Geburtenrate. Die Arbeits- und Fachkräftelücke wird perspektivisch steigen.

Handwerk hat Potenzial erkannt

Das Handwerk in Sachsen stellt sich dieser Herausforderung. Mehr als 5.900 junge Menschen begannen im letzten Jahr eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf. Das war ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber 2024. »Die Zahlen sind sehr erfreulich. Dennoch werden wir weiter auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen sein, um den Bedarf zu decken«, so Uwe Nostitz. Das Handwerk stehe bereit, seinen Anteil an der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu leisten. »Dafür brauchen die Unternehmen vor allem Verlässlichkeit und Rechtssicherheit.«

Sprache ist das A und O

Die größte Hürde bei der Integration bleibt der Spracherwerb. »Für den Berufsschulunterricht, das Verstehen von Arbeits- und Sicherheitsanweisungen oder die Kommunikation mit Kunden, Kollegen und Vorgesetzten sind fundierte Deutschkenntnisse unerlässlich«, erklärt der Bauunternehmer.