Handwerkskammer zu Leipzig

NASA-Wettbewerb unterstützt Berufs- und Studienorientierung

Unternehmen aus Handwerk und Industrie fördern deutsches Moonbuggy-Projekt

30. März 2010 | Das jährliche Moonbuggy-Rennen der US-Raumfahrtbehörde NASA ist eine optimale Vorbereitung junger Schüler und Studenten auf einen späteren Beruf in Handwerk, Wissenschaft, Ingenieurwesen oder Management.

Seit 17 Jahren arbeiten Teams aus Gymnasien, Berufsschulen und Universitäten, um beim jährlichen Wettrennen in der Mondraketenstadt Huntsville (Alabama) mit einem "Mondmobil" durch einen Geländekurs um die Wette zu fahren. Der Countdown für die 18. Auflage des Rennens am 9. April läuft.

EU-Team beim Moonbuggy-Wettbewerb mit Operationsbasis in Leipzig

Das einzige EU-Team beim Wettbewerb hat seine Operationsbasis in Leipzig und wird durch die Wirtschaft unterstützt. In den letzten drei Jahren verdienten sich die 13- bis 19-jährigen Nachwuchskräfte vom Leipziger "International Space Education Institute" (SEI) beim Moonbuggy-Rennen bereits zehn internationale Awards und führen durch viel Mühe den US-Konstruktionswettbewerb an.

Beim Wettbewerb geht es darum, ein Fahrzeug für zwei Personen nach anspruchsvollen Konstruktionsvorgaben zu entwickeln und auf Zeit durch einen 1,2 Kilometer langen Off-Road-Kurs zu fahren. Als Antrieb dient dabei ausschließlich Muskelkraft.

Zukunftsgerichtete Berufs- und Studienorientierung im Fokus

"Die Initiatoren des Rennens, wie auch die Unterstützer und Organisatoren des deutschen Moonbuggy haben mit ihrem Engagement eine zukunftsgerichtete Berufs- und Studienorientierung im Fokus", sagt Ralf Heckel, Vorsitzender des Leipziger SEI.

"Durch die vernetzte Arbeit in einem multinationalen Team und die gemeinsame Lösung komplexer Probleme werden die Jugendlichen fit für Berufe im handwerklichen oder ingenieurtechnischen Bereich gemacht. Außerdem bauen sie ihre Soft-Skills aus. Bei der Arbeit am deutschen Moonbuggy setzen wir dabei auf hohe Berufsvisionen mit Kreativitätsforschung und jugendlichem Querdenkvermögen", so Heckel.

Basierend auf diesen Zielen hat man beim SEI das Moonbuggy in den vergangenen zwölf Monaten weiter verbessert. Man will sich erneut gegen 109 angemeldete Teams durchsetzen.

Buggy wurde im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer optimiert

Dafür wurde das 93 Kilogramm schwere Gefährt im Rahmen eines Testprojektes zur Berufsorientierung und Praxisvermittlung im Berufs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer zu Leipzig optimiert. Es kann nun eine Geschwindigkeitsspanne von 3 bis 60 Kilometer pro Stunde ausschöpfen und sogar 100-prozentige Steigungen überwinden.

Neben deutschen Schülern und Lehrlingen arbeiteten auch Schüler und Studenten aus Ungarn, der Ukraine und Großbritannien mit, ebenso wie Moskauer Luft- und Raumfahrtstudenten.

Unternehmen stärken dem Renn- und Konstruktionsteam den Rücken

Etwa 50 Unterstützerfirmen stärkten dem jungen Team dabei den Rücken. Zu den Sponsoren gehören unter anderem die Unternehmen Bruno Banani Rohloff, Magura, Schwalbe, Mädler AG, Schlumpf Innovations, IGUS oder die Leipziger Dreherei Günther Jakob. Die Handwerkskammer zu Leipzig stellte Räume, Technik und Ausbilder des Bildungs- und Technologiezentrums (BTZ) in Borsdorf zur Verfügung.

Nach dem diesjährigen Rennen verfolgt das Space-Education-Institute das Zielt, eine dauerhafte Verflechtung zwischen dem NASA-Moonbuggy-Projekt und der der Berufs- und Studienorientierung in Deutschland herzustellen. Dazu finden unter anderem Ende April Gespräche mit der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Leipzig statt. Bis dahin setzen alle Projektbeteiligten die Räder in Bewegung, um in Huntsville am 9. und 10. April erfolgreich nach den Sternen zu greifen.

Mehr Informationen zum SEI und zur Entwicklung des Moonbuggy (online-Berichte und Fotogalerie) unter www.spaceeducation.eu .

Hintergrund: Das SEI und das deutsche Moonbuggy-Projekt

Das Moonbuggy-Projekt des Leipziger Space Education Institute (SEI) erfordert pro Jahr einen finanziellen Aufwand von rund 50.000 Euro. 60 Prozent der Projektkosten werden mit privaten Materialspenden aus Handwerk und Industrie gefördert.

15 Prozent bringt der Initiator durch wirtschaftliche Eigenbetriebe auf. Zehn Prozent werden durch den Hauptsponsor Bruno Banani bereit gestellt. Je fünf Prozent werden aus weiteren Sponsoren und Preisgeldern generiert.

Fünf Prozent bringen die Teilnehmer durch Integrität (Marketingworkshops) selbst auf. Dieses Projekt benötigt bislang keine staatliche Förderung. Gemeinschaftliche Bewerbungen zu internationalen Förderpreisen laufen. Alle jährlichen 15.000 Ausbilderstunden werden ehrenamtlich geleistet.

Die "Absolventen" einer zwei- bis jährigen Mitgliedschaft fertigen ein Propädeutikum (BELL-Arbeit) zur Abiturprüfung und bestehen mit Bestnote, Lehrlinge reichern ihr Können signifikant an, Abiturienten erreichen mit ihren Referenzen, Kontakten und Erfahrungsschätzen Immatrikulationen in Oxford, Moskau oder Huntsville. Studenten im Diplom steht die Welt der Hightech-Industrie offen.

Technik Moonbuggy
Gewicht93 Kilogramm
Maße1,20 Meter mal 2,50 Meter
Geschwindigkeit3 bis 60 Kilometer pro Stunde
Steigungbis 100 Prozent bei entsprechendem Untergrund
Neigung+/- 30° ohne Stabilitätsverlust
Wendekreis4 Meter
Fahrer2
Getriebe5 (je Fahrer 2 mal 14 Gänge)
Achsdrehmoment300 Nm

Besonderheiten

  • Faltbarkeit: Fahrzeug lässt sich auf einen Würfel von 1,2 Metern Kantenlänge verkleinern
  • Fahrbereitschaft: Fahrzeug ist in sechs Sekunden aus dem Würfel heraus fahrbereit
  • Datentelemetrie: Fahrzeug sendet im Sekundentakt seine GPS-Daten usw.
  • Mission Control: ein Tracking per Monitor und Daten-Auswertungen sind möglich
  • Black Box: ein GPS-Logger zeichnet zusätzlich bis zu 160.000 Wegpunkte auf, die dann bei Google Earth sichtbar gemacht werden können

Was ist neu 2010?

  • Fahrwerk überarbeitet (vor allem Lenkung)
  • Rahmen überarbeitet (Gewicht und Stabilität)
  • Elektronik überarbeitet (Modulbauweise)
  • Rahmenteile Pulverbeschichtet
  • CAD-Version verfügbar
Team Moonbuggy
Fahrer:
Stefan Martini,
(19, 3. Teilnahmejahr)
Stephanie Fleischer
(19, 1. Teilnahmejahr)
Mechaniker:
Robert Hempel,
(16, BTZ, 1. Teilnahmejahr)
Daniel Müller
(18, BTZ, 1. Teilnahmejahr)
Konstrukteure:
5 Moskauer Studenten
alle bisher 30 involvierten deutschen Schüler
Thommy Knabe
(19, 3. Teilnahmejahr)
Betreuer:
Ralf Heckel (Teamleiter)
René Ludwig (VDI, Mentor im CAD)
Peter Scheuermann
(Ostwaldgymnasium, Telemetrie)
Henri Schulz (Webdesign-Mentor)
zahlreiche Meister- und Lehrmeister
(vorwiegend aus dem BTZ)
Fachbeirat des SEI (nur Wissenschaftler)

Fördernde Unternehmen

  • Bruno Banani (Chemnitz | Sachsen)
  • Rohloff AG (Fuldatal | Hessen)
  • Mädler GmbH (Stuttgart | Baden-Württemberg)
  • Dreherei Guenter Jakob GmbH & Co. KG (Leipzig | Sachsen)
  • DEKRA Automobil GmbH, Niederlassung Leipzig (Leipzig | Sachsen)
  • Hase Spezialräder (Waltrop | Nordrhein-Westfalen)
  • "Magura" GUSTAV MAGENWIRTH GmbH & Co. KG (Bad Urach | Baden-Württemberg)
  • Schwalbe - Ralf Bohle GmbH (Reichshof | Nordrhein-Westfalen)
  • Heiterblick / LEOLINER Fahrzeugbau GmbH (Leipzig | Sachsen)
  • Alan Electronics GmbH (Lütjensee | Schleswig-Holstein)
  • HinzTec (Hennigsdorf | Brandenburg)
  • IGUS GmbH (Köln | Nordrhein-Westfalen)
  • Althaus Galvanik- und Pulverbeschichtungs GmbH (Leipzig | Sachsen)
  • Hexion Specialty Chemicals GmbH (Iserlohn | Nordrhein-Westfalen)
  • W&S Metallbau (Reichenbach | Sachsen)
  • Metallbearbeitung Aischmann (Leipzig | Sachsen)
  • P.J. Prause Durotec GmbH (Arnsberg | Nordrhein-Westfalen)
  • P-D INTERGLAS TECHNOLOGIES AG (Erbach | Hessen)
  • R&G Faserverbundwerkstoffe GmbH (Waldenbuch | Baden-Württemberg)
  • Singlespeedshop (Hannover | Niedersachsen)
  • Vogelsang Edelstähle (Hagen | Nordrhein-Westfalen)
  • Schlumpf Innovations GmbH (Vilters | Schweiz)
  • Wittenbecher Maschinenbau GmbH (Leipzig | Sachsen)
  • DEKRA Automobil GmbH (Leipzig | Sachsen)
  • Martini-Service (München | Bayern)

Partner

  • Handwerkskammer zu Leipzig (Leipzig | Sachsen)
  • Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer zu Leipzig (Borsdorf | Sachsen)
  • Moskauer Luft- und Raumfahrtinstitut (Moskau | Russland)
  • Space Camp® (Huntsville | USA)

Sympathisanten und Privatförderer

  • Prof. Dr. Jesco von Puttkamer NASA-Leitung (Washington | USA)
  • Prof. Dr. Harry O. Ruppe (ehem. Lehrstuhlleiter, LRT, TU-München (München | Bayern)
  • Prof. Dr. Natalia Koroljowa (Tochter des Sputnik-Konstrukteurs) (Moskau | Russland)
  • Ing. Terry Wall (Marshall Spaceflight Center) (Huntsville | USA)
  • Vernon Headrick (Leiter Boeing, Huntsville) (Huntsville | USA)
  • Prof. Dr.-Ing. Evgeniy Demin (Leiter Mars 500, IMBP) (Moskau | Russland)
  • Prof. Dr.-Ing. Anatoli Sotow (Leiter Fluggeräte, MAI) (Moskau | Russland)
  • Prof. Dr. Dr. Wladimir Malosemow (Lebenserhaltung) (Moskau | Russland)

Dr. Andrea Wolter

Pressesprecherin

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