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Fachkräftesorgen schlagen Corona-Unsicherheit

Regionales Handwerk stellt Ausbildungsengagement trotz Corona nicht in Frage / Mehr freie Plätze in der Lehrstellenbörse als 2019

13. Juli 2020 | Die Unternehmen des regionalen Handwerks setzen auch in der Coronakrise weiter auf die betriebliche Berufsausbildung zur Fachkräftesicherung. Aktuell bieten die Betriebe in der Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer zu Leipzig fast 250 Lehrstellen an (Stand 8. Juli: 234 freie Lehrstellen, davon 109 in Leipzig, 87 im Landkreis Leipzig und 38 in Nordsachsen). Das sind trotz Coronakrise sogar etwas mehr als Anfang Juli des vergangenen Jahres.

Gesucht werden sowohl Lehrlinge für das beginnende Ausbildungsjahr als auch schon für 2021. Vor allem im Elektrobereich (29 Stellen) sowie im Kfz- und Metallbauerhandwerk (17 bzw. 12) sind Stellen ausgeschrieben. Aber auch Berufsanfänger in kaufmännischen Berufen (18), als Fachverkäufer im Bäcker- und Fleischerhandwerk (jeweils 9) und im Augenoptikerhandwerk (9) werden händeringend gesucht. Alle Angebote können unter www.hwk-leipzig.de/lehrstellen und in der App "Lehrstellenradar" für iOS und Android eingesehen werden.

"Weil den Meisterinnen und Meistern bewusst ist, dass die Lehrlinge von heute die Macher von morgen sind, wird das Ausbildungsengagement nicht auf breiter Front in Frage gestellt", kommentiert der Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Claus Gröhn, die Situation. "Das ist angesichts der Unsicherheiten, mit denen die Wirtschaft konfrontiert ist, eine gute Nachricht, die jedoch nicht überraschend kommt. Die Betriebe haben in den konjunkturellen Hochphasen der letzten Jahre große Schwierigkeiten gehabt, Fachkräfte und Berufsnachwuchs zu akquirieren. Der langfristige Bedarf an Fachleuten scheint deshalb für Unternehmerinnen und Unternehmer mitunter eine größere Sorge zu sein, als die wirtschaftlichen Effekte der Coronapandemie", so der Kammerpräsident.

Gröhn hoffe zudem, dass junge Menschen während des Lockdown erkannt hätten, dass Handwerk unverzichtbar sei und ein Berufsstart in einem der 140 Ausbildungsberufe als solide Basis für die eigene Laufbahn erkannt werde. Eine Bewerbung lohne sich im Übrigen auch noch kurz vor dem Start des Lehrjahres 2020/2021. Aufgrund des Ausfalls vieler Berufsorientierungstage haben viele Betriebe den Abschluss von Ausbildungsneuverträgen zeitlich nach hinten verlagert.

Die Handwerkskammer zu Leipzig weist ausbildende Unternehmen außerdem auf das Förderprogramm "Ausbildungsplätze sichern" der Bundesregierung hin. Es soll verhindern, dass Ausbildungskapazitäten in kleinen und mittleren Unternehmen abgebaut werden, deren Geschäft durch die Coronakrise beeinträchtigt wurde. Betriebe, die trotzdem mehr ausbilden als in den drei Vorjahren, bekommen pro zusätzlichem Lehrvertrag 3.000 Euro. Wer seine Ausbildungsleistung beibehält, bekommt einmalig 2.000 Euro pro Ausbildungsvertrag im aktuellen Jahr. Außerdem sind befristete Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung bei Vermeidung von Kurzarbeit möglich. Die Eckpunkte des 500 Millionen Euro schweren Programms "Ausbildungsplätze sichern" hat das Bundeskabinett bereits Ende Juni verabschiedet. Im Augenblick werden Förderrichtlinien, und Antragsverfahren erarbeitet.

Pressemitteilung vom 13. Juli 2020



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