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Sonnige Konjunktur im Handwerk

Die Konjunktur im regionalen Handwerk ist weiter auf Höhenflug. Auch die Erwartungen der Betriebe sind gut.

Ergebnisse der Konjunkturbefragung Herbst 2016

Das Konjunkturbarometer im Handwerk der Region Leipzig zeigt weiter Höchstwerte an und auch in ihren Erwartungen bleiben die Betriebe optimistisch. Claus Gröhn, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, skizzierte die Ergebnisse der Herbstumfrage: "Fast alle der an der Umfrage beteiligten Handwerksunternehmer im Kammerbezirk sind mit ihrer Geschäftslage zufrieden, zwei Drittel schätzen sie sogar als gut ein und erwarten, dass dies in den kommenden Monaten auch so bleibt."

Über alle Branchen hinweg bezeichnen 95 Prozent der Betriebe ihre wirtschaftliche Situation als zufriedenstellend oder gut. Der Anteil der Betriebe mit guter Geschäftslage ist gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent gewachsen. Eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage erwarten nur drei Prozent der an der Umfrage beteiligten Unternehmen. Besonders positiv schätzen die Gewerke für den gewerblichen Bedarf und die Ausbaugewerke ihre Geschäftslage ein.

Auslastung und Umsätze sind gestiegen

Der Geschäftsklimaindex stieg gegenüber dem Herbst 2015 um 3,8 Prozentpunkte auf 95,9 und erreicht den höchsten Wert seit 1993. In dem Jahr hat die Handwerkskammer zu Leipzig erstmals die Konjunkturdaten erhoben.

Die Betriebe haben eine gute Auftragslage (64 Prozent melden Konstanz, 23 Prozent Zuwachs) und mit durchschnittliche 88 Prozent eine hohe Kapazitätsauslastungen. Eine knappe Hälfte (42 Prozent) der Betriebe ist zu 100 und mehr Prozent ausgelastet. Die Auftragsweite beträgt durchschnittlich 9,6 Wochen. 42 Prozent aller Handwerksbetriebe (Vorjahr: 36 Prozent) haben sogar einen Auftragsvorlauf von mindestens 12 Wochen.

Auch die Umsätze sind bei einem Drittel der Handwerksbetriebe der Region Leipzig gestiegen, bei über der Hälfte blieben sie konstant Lediglich im personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe und im Kfz-Gewerbe berichten mehr Unternehmen von gesunkenen als von gestiegenen Umsätzen.

Im Durchschnitt stiegen die Einkaufspreise für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe für alle Handwerksgruppen im Beobachtungszeitraum, 40 Prozent gaben steigende Preise an, 54 erwarten weitere Steigerungen. Dagegen konnten nur 20 Prozent der Betriebe höhere Verkaufspreise erzielen. Diese Ergebnisse lassen erwarten, dass weitere notwendige Anpassungen erfolgen werden.

Die gute Lage und die optimistische Stimmung führten dazu, dass mehr Unternehmen Mitarbeiter einstellten (13 Prozent) als abbauten (5 Prozent). Die überwiegende Mehrzahl hielt ihre Mitarbeiterzahl konstant. Durchschnittlich sind in den Handwerksbetrieben des Kammerbezirks einschließlich der Betriebsinhaber 14,1 Menschen beschäftigt.

Gute Arbeit mit politischer Stabilität belohnen

"Unsere Betriebe blicken zuversichtlich in die nächsten Monate. Die gute Arbeit sollte mit politischer Stabilität und Zuverlässigkeit belohnt werden und nicht mit Abgabenerhöhungen, die von den Unternehmen nicht zu beeinflussen sind", unterstreicht Kammerpräsident Claus Gröhn mit Blick auf den erneuten Anstieg der EEG-Umlage. Er fordert, die Umlagehöhe festzuschreiben und weitere Anstiege der Förderkosten für Strom aus erneuerbaren Energien aus Haushaltsmitteln zu decken. Auch die Kosten der "Besonderen Ausgleichsreglungen" für die Industrie müssten vom Staat aufgebracht werden.

"Der permanente Anstieg der Energiekosten beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und damit den Wirtschaftsstandort, der in unserer Region maßgeblich von den kleinen und mittleren Betrieben getragen wird", so Präsident Gröhn.

Zum 30. September 2016 waren 11.945 Handwerksbetriebe bei der Handwerkskammer zu Leipzig registriert, 215 weniger als zum Vorjahreszeitpunkt.

Christian Likos

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