Coronapandemie: Unternehmer mit Mund-Nase-Bedeckung. Bild: Kiryakova Anna / stock.adobe.com
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SARS-CoV-2-Arbeitsschutz

Das wichtigste Grundlagengesetz für den betrieblichen Arbeitsschutz ist das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Es verpflichtet den Arbeitgeber, Gesundheitsgefährdungen am Arbeitsplatz zu beurteilen und über notwendige Schutzmaßnahmen zu entscheiden. Das Arbeitsschutzgesetz wird durch eine Reihe von Arbeitsschutzverordnungen konkretisiert.

In der SARS-CoV-2-Arbeitschutzverordnung sind zusätzliche Maßnahmen geregelt, um den Gesundheitsschutz der Beschäftigten während der Pandemie zu gewährleisten. Zusammen mit dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard und der konkretisierenden Arbeitsschutzregel liegt damit ein umfassendes Vorschriften-und Regelwerk zum betrieblichen Infektionsschutz vor dem SARS-CoV-2-Coronavirus vor.

Um die Umsetzung der Arbeitsschutzstandards in einzelnen Branchen zu erleichtern, haben die Unfallversicherungsträger, zu denen unter anderem auch die für das Handwerk zuständigen gewerblichen Berufsgenossenschaften zählen, Konkretisierungen der Standards und der Arbeitsschutzregel erarbeitet (zum Beispiel Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk, Bauhandwerk usw.).

Wenn Unternehmen diese Maßnahmen umsetzen und die branchenspezifischen Konkretisierungen einhalten, können sie davon ausgehen, dass sie die Anforderungen aus den Verordnungen nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) erfüllen.

Zusätzliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes während der Pandemie

  1. Arbeitsschutz gilt weiter - und muss um betriebliche Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus ergänzt werden!
    Überall, wo sich Personen begegnen, steigt das Infektionsrisiko - und damit das Risiko steigender Infektionszahlen und Überlastung des Gesundheitswesens. Um dies auch in der Arbeitswelt zu verhindern, sind zusätzliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes sind notwendig, die dynamisch an den Pandemieverlauf angepasst werden.
  2. Sozialpartnerschaft nutzen, Arbeitsschutzexperten einbinden, Angebot arbeitsmedizinischer Vorsorge ausweiten!
    Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit beraten den Arbeitgeber bei der Erstellung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen und unterstützen bei der Unterweisung.
  3. Der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern wird universell auch bei der Arbeit eingehalten - in Gebäuden, im Freien und in Fahrzeugen!
    In den Betrieben werden entsprechende Absperrungen, Markierungen oder Zugangsregelungen umgesetzt. Wo dies nicht möglich ist, werden wirksame Alternativen ergriffen.
  4. Abläufe werden so organisiert, dass die Beschäftigten möglichst wenig direktem Kontakt zueinander haben!
    Schichtwechsel, Pausen oder Anwesenheiten im Büro werden durch geeignete Maßnahmen entzerrt, Kontakte der Beschäftigten untereinander werden im Rahmen der Schichtplangestaltung und durch konsequente Ausführung aller geeigneter Trätigkeiten im Homeoffice auf ein Minimum reduziert.
  5. Niemals krank zur Arbeit!
    Personen mit erkennbaren Symptomen (auch leichtes Fieber, Erkältungsanzeichen, Atemnot) verlassen den Arbeitsplatz beziehungsweise bleiben zu Hause, bis der Verdacht ärztlicherseits aufgeklärt ist. Hier sind auch die Beschäftigten gefragt, ihre gesundheitliche Situation vor Arbeitsbeginn zu prüfen, um ihre Kolleginnen und Kollegen nicht in Gefahr zu bringen.
  6. Zusätzlichen Schutz bei unvermeidlichem direkten Kontakt sicherstellen!
    Wo Trennung durch Schutzscheiben nicht möglich ist, werden vom Arbeitgeber medizinische Gesichtsmasken oder eine geeignete persönliche Schutzausrüstung zum Atemschutz für die Beschäftigten und alle Personen mit Zugang zu dessen Räumlichkeiten (wie Kunden, Dienstleistern) zur Verfügung gestellt.
  7. Zusätzliche Hygienemaßnahmen treffen!
    Waschgelegenheiten beziehungsweise Desinfektionsspender werden vom Arbeitgeber bereitgestellt, um die erforderliche häufige Handhygiene am Ein-/Ausgang und in der Nähe der Arbeitsplätze zu ermöglichen. Kurze Reinigungsintervalle für gemeinsam genutzte Räumlichkeiten, Firmenfahrzeuge, Arbeitsmittel und sonstige Kontaktflächen verbessern den Infektionsschutz weiter. Auf die verbindliche Einhaltung einer "Nies-/Hust-Etikette" bei der Arbeit wird besonders geachtet!
  8. Arbeitsmedizinische Vorsorge nutzen; Risikogruppen besonders schützen!
    Viele bangen um ihre Gesundheit. Arbeitsmedizinische Vorsorge beim Betriebsarzt ermöglicht individuelle Beratung zu arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Auch Vorerkrankungen und Ängste können hier besprochen werden. Wird dem Arbeitgeber bekannt, dass eine Person einer Risikogruppe angehört, ergreift er die erforderlichen individuellen Schutzmaßnahmen.
  9. Betriebliche Beiträge zur Unterbrechung von Infektionsketten sicherstellen!
    Um schnell auf erkannte Infektionen reagieren zu können, erarbeiten Arbeitgeber betriebliche Routinen zur Pandemievorsorge und kooperieren mit den örtlichen Gesundheitsbehörden, um weitere möglicherweise infizierte Personen zu identifizieren, zu informieren und gegebenenfalls auch isolieren zu können. Beschäftigte werden angehalten, sich bei Infektionsverdacht testen zu lassen.
  10. Aktive Kommunikation rund um den Grundsatz "Gesundheit geht vor!"
    Der Arbeitgeber unterstützt aktiv seine Beschäftigten. Führungskräfte stellen vor Ort klar, dass Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten Priorität haben. Alle festgelegten betrieblichen Infektionsschutzmaßnahmen und Hinweise werden verständlich erklärt und gegebenenfalls erprobt und eingeübt.)

Zusammenfassung zur SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel

SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel

 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung

 

Sonn- und Feiertagsarbeit durch die Arbeitsschutzbehörde bewilligen

 www. amt24.sachsen.de

 

Merkblätter für den betrieblichen Gebrauch

 Merkblatt "Virusinfektionen - Hygiene schützt!"

 Merkblatt "Händewaschen in fünf Schritten"

 

Gesundheitsschutz der Beschäftigten

 Zusätzliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes während der Pandemie (bmas.de)

 
Schutzmaßnahmen für körpernahe Dienstleister

Für die Erbringung von körpernahen Dienstleistungen durch Friseure, Kosmetiker, Fußpfleger oder Nageldesigner gelten die Arbeitsschutzstandards der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Unabhängig von den Arbeitsschutzregeln kann es Vorgaben für die Öffnung der Betriebe im Bereich der körpernahen Dienstleistungen geben.
 

Vorgaben für die Öffnung körpernaher Dienstleister
 

 

Schutzmaßnahmen für Handwerksbetriebe mit Kundendienst

Bei Betrieben, die ihre Dienstleistungen im Zuhause von Kunden oder bei Firmen erbringen, sollte auch hier auf die Einhaltung von Hygienemaßnahmen geachtet werden. Handwerker*innen sollten die Möglichkeit nutzen, vor einem Kundentermin ihre Kunden über die notwendigen Maßnahmen zu informieren. Spezielle Schutzmaßnahmen hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zusammengestellt. Betriebe können die Vorlage der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung für Handwerker im Kundendienst nutzen.
 

Schutzmaßnahmen für Baustellen

  • Handwaschgelegenheiten oder Waschgelegenheiten und Toiletten müssen in der Nähe von Arbeitsplätzen zur Verfügung stehen
  • mobile, anschlussfreie Toilettenkabinen mit mindestens einer Handwaschgelegenheit mit fließendem Wasser, Flüssigseife und Einmalhandtüchern und gegebenenfalls mit Desinfektionsmitteln bereitstellen
  • Sanitärräume und -einrichtungen sind entsprechend den hygienischen Anforderungen zu reinigen, auf Baustellen mindestens täglich
  • Betriebsfahrzeuge sind mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie Papiertüchern und verschließbaren Müllbeuteln auszustatten
  • Abstandsregel von 1,5 Metern bei Kundenkontakt sowie im Firmenfahrzeug einhalten

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