Geld, Euro, Geldscheine. Bild: mkos83 / stock.adobe.com
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Zuschuss für Ausbildungsbetriebe

Die Auswirkungen, die die Coronakrise in den nächsten Wochen und Monaten weiter auf die duale Ausbildung haben könnte, sind schwer kalkulierbar. Unternehmen sollten ihr Ausbildungsengagement angesichts der wirtschaftlichen Achterbahnfahrt nicht in Frage stellen, schließlich sind die Lehrlinge von heute die Macher und Fachleute von morgen. Und die werden - Krise hin oder her - gebraucht.
 

Ausbildungsengagement nicht in Frage stellen!

Wenn Absatzmärkte nicht mehr wie gewohnt funktionieren, Lieferanten und Geschäftspartner in Schieflage geraten, können aber auch vitale Betriebe in Notsituationen geraten, was wiederum die Ausbildung belasten kann und im schlimmsten Fall dazu führt, dass Berufsanfänger die Ausbildung im Unternehmen nicht fortführen können.

Mit Hinblick auf die langfristige Fachkräftesicherung für die Wirtschaft, haben Bundesregierung, Bundesländer, Bundesagentur für Arbeit sowie Vertreter von Wirtschaft und Gewerkschaften signalisiert, dass sie bereit sind, ihre Kräfte zu mobilisieren.

Lehrlinge sollen auch in schwierigen Situationen ihre Ausbildung fortsetzen können. Wegen der Corona-Epidemie dürften künftigen Fachkräften keine Nachteile entstehen.
 

Bund überarbeitet Förderprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine zweite Änderung der ersten Förderrichtlinie für das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" entworfen und veröffentlicht. Diese ist am 27. März 2021 in Kraft getreten. Die Förderung nach dieser Richtlinie umfasst fünf Förderbereiche, mit denen angesichts der starken Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft Ausbildungsbetriebe mit Zuschüssen in Form von Ausbildungsprämien, mit Zuschüssen zur Vermeidung von Kurzarbeit, mit Lockdown-II-Sonderzuschüssen für Kleinstunternehmen und mit Zuschüssen in Form von Übernahmeprämien besonders unterstützt werden können.

Die Förderung mit Ausbildungsprämien endete nicht mit dem 15. Februar 2021, sondern wurde nahtlos fortgesetzt. Dazu werden die bislang geltenden Fördermöglichkeiten bis zum 31. Mai 2021 verlängert.

Ausbildende Handwerksbetriebe, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Wird die Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöht (Ausbildungsprämie plus), erhalten Ausbildungsbetriebe für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig einen Zuschuss.

Die Ausbildungsprämie / Ausbildungsprämie plus beträgt für jeden Ausbildungsvertrag, bei dem die Berufsausbildung

  • bis zum 31. Mai 2021 beginnt, einmalig 2.000 Euro / 3.000 Euro,
  • ab dem 1. Juni 2021 beginnt, einmalig 4.000 Euro / 6.000 Euro.

Antragsberechtigt sind ab März 2021 ausbildende kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit bis zu 499 Mitarbeitern. Eine Ausbildungsprämie wird einem Ausbildungsbetrieb, der durch die Coronakrise in erheblichen Umfang betroffen ist, für eine beginnende Berufsausbildung gewährt, wenn er sein Ausbildungsniveau hält. Antragsberechtigt sind Unternehmen (KMU), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Davon ist auszugehen, wenn

  • ein Ausbildungsbetrieb seit Januar 2020 Kurzarbeitergeld bezogen hat oder
  • zwei Monate 50 Prozent Umsatzrückgang oder fünf Monate 30 Prozent Umsatzrückgang seit April 2020 gegenüber dem jeweiligen Monat im Jahr 2019 (Ausbildungsbeginn bis 31. Mai 2021),
  • der Umsatz seit April 2020 in mindestens einem, vor dem Ausbildungsbeginn liegenden Monat um 30 Prozent gegenüber dem jeweiligen Monat im Jahr 2019 eingebrochen ist. (ab 1. Juni 2021 bis 15. Februar 2022).

Die Auszahlung erfolgt nach der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit (der Antrag ist spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit zu stellen).

Weitere Informationen sowie die demnächst auch die Antragsformulare und Bescheinigung der zuständigen Stelle zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" gibt es auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit. Anträge sind - solange es noch keine Online-Möglichkeit zum Einreichen gibt - per Mail (leipzig.arbeitgeber@arbeitsagentur.de) an den gemeinsamen Arbeitgeberservice zu senden.

Ziel der Förderung ist, Kurzarbeit bei Auszubildenden zu vermeiden, um trotz Arbeitsausfall im Ausbildungsbetrieb die Fortführung laufender Ausbildungen zu unterstützen.

Ausbildungsbetriebe, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls von mindestens 50 Prozent ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist. Antragsberechtigt sind Unternehmen (KMU bis 499 Mitarbeitern), die ihre laufenden Ausbildungsaktivitäten trotz der Belastungen durch die COVID-19-Krise fortsetzen und Auszubildende sowie deren Ausbilder trotz erheblichem Arbeitsausfall nicht in Kurzarbeit bringen. Erforderlich ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb.

Die Antragstellung für einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung ist von August 2020 bis März 2021 rückwirkend möglich, wenn zuvor die Förderung abgelehnt wurde, weil die Anzeige der Fortsetzung der Berufsausbildung nicht oder nicht rechtzeitig erfolgt ist. Ab April 2021 gibt es zusätzlich zur Ausbildungsvergütung auch einen Zuschuss zur Ausbildervergütung. Demnach wird die Hälfte der Brutto-Vergütung des Ausbilders (gedeckelt auf 4.000 Euro, zuzüglich 20 Prozent Sozialversicherungspauschale) übernommen. Die Förderung wird bis Ende 2021 verlängert.

Weitere Informationen sowie die Antragsformulare und Bescheinigung der zuständigen Stelle zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" gibt es auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit. Anträge sind - solange es noch keine Online-Möglichkeit zum Einreichen gibt - per Mail (leipzig.arbeitgeber@arbeitsagentur.de) an den gemeinsamen Arbeitgeberservice zu senden.

Ziel der Förderung ist, durch die Übernahmeprämie Ausbildungsbetriebe (unabhängig von der Zahl ihrer Mitarbeiter) zu motivieren, die Berufsausbildung von Auszubildenden, deren ehemaliger Ausbildungsbetrieb die Ausbildung nicht fortführen kann, fortzusetzen.
 
Einmalig 6.000 Euro für jeden aus einem pandemiebedingten Insolvenzbetrieb bis 31. Dezmeber 2021 übernommenen Azubi:
  • aufgrund einer Kündigung / eines einvernehmlichen Auflösungsvertrages, weil dem Ausbildungsbetrieb die Fortführung der Ausbildung wegen der Folgen der Coronakrise bis zum Ablauf der Ausbildungszeit nicht mehr möglich ist,
  • einer pandemiebedingten Insolvenz des Ausbildungsbetriebes.

Weitere Informationen sowie die Antragsformulare und Bescheinigung der zuständigen Stelle zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" gibt es auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit. Anträge sind - solange es noch keine Online-Möglichkeit zum Einreichen gibt - per Mail (leipzig.arbeitgeber@arbeitsagentur.de) an den gemeinsamen Arbeitgeberservice zu senden.

Ziel der Förderung ist, ausbildende Kleinstunternehmen zu unterstützen, die ihre Geschäftstätigkeit einstellen mussten oder nur in geringem Umfang weiterführen können.
 
  • Gilt seit November 2020 bis 31. Juli 2021 (rückwirkend). AAntragstellung spätestens bis zum 31. Juli 2021.
  • für Kleinstunternehmen mit bis zu vier Mitarbeitern
  • Es wird einmalig ein Zuschuss von 1.000 Euro je Azubi gezahlt, wenn die Geschäftstätigkeit aufgrund coronabedingter behördlicher Anordnung eingestellt oder nur in geringem Umfang weitergeführt werden konnte, die Ausbildung aber gleichwohl an mindestens 30 Tagen fortgesetzt wurde.

Weitere Informationen sowie die Antragsformulare und Bescheinigung der zuständigen Stelle zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" gibt es auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit. Anträge sind - solange es noch keine Online-Möglichkeit zum Einreichen gibt - per Mail (leipzig.arbeitgeber@arbeitsagentur.de) an den gemeinsamen Arbeitgeberservice zu senden.

 

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Kerstin Klage

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Karen Neugebauer

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