Geld, Euro, Geldscheine. Bild: mkos83 / stock.adobe.com
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Zuschuss für Ausbildungsbetriebe

Die Auswirkungen, die die Coronakrise in den nächsten Wochen und Monaten weiter auf die duale Ausbildung haben könnte, sind schwer kalkulierbar. Unternehmen sollten ihr Ausbildungsengagement angesichts der wirtschaftlichen Achterbahnfahrt nicht in Frage stellen, schließlich sind die Lehrlinge von heute die Macher und Fachleute von morgen. Und die werden - Krise hin oder her - gebraucht.
 

Ausbildungsengagement nicht in Frage stellen!

Wenn Absatzmärkte nicht mehr wie gewohnt funktionieren, Lieferanten und Geschäftspartner in Schieflage geraten, können aber auch vitale Betriebe in Notsituationen geraten, was wiederum die Ausbildung belasten kann und im schlimmsten Fall dazu führt, dass Berufsanfänger die Ausbildung im Unternehmen nicht fortführen können.

Mit Hinblick auf die langfristige Fachkräftesicherung für die Wirtschaft, haben Bundesregierung, Bundesländer, Bundesagentur für Arbeit sowie Vertreter von Wirtschaft und Gewerkschaften signalisiert, dass sie bereit sind, ihre Kräfte zu mobilisieren.

Lehrlinge sollen auch in schwierigen Situationen ihre Ausbildung fortsetzen können. Wegen der Corona-Epidemie dürften künftigen Fachkräften keine Nachteile entstehen.
 

Bund überarbeitet Förderprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Die Bundesregierung hat deshalb das Förderprogramm "Ausbildungsplätze sichern" auf den Weg gebracht und im Dezember 2020 noch einmal erweitert. Mit der Überarbeitung wurden deutliche Verbesserungen für ausbildende Handwerksbetriebe auf den Weg gebracht und ein wichtiges Signal der Wertschätzung für Ausbildung unter erschwerten Corona-Bedingungen gesetzt. Die praxistauglichere Ausrichtung erleichtert Unternehmen den Abruf der Fördermittel. Am Grundgedanken des Bundesprogramms wurde indes nichts geändert. Nach wie vor gilt, dass die Ausbildungsleistung kleiner und mittlerer Unternehmen in der Coronakrise unterstützt werden sollen. Betriebe, die mehr ausbilden als in den drei Vorjahren bekommen pro zusätzlichem Lehrvertrag 3.000 Euro. Wer seine Ausbildungsleistung beibehält, bekommt einmalig 2.000 Euro pro Ausbildungsvertrag im aktuellen Jahr. Außerdem sind befristete Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung bei Vermeidung von Kurzarbeit möglich.

Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Ausbildende Handwerksbetriebe, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 Euro. Wird die Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöht, erhalten Ausbildungsbetriebe für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 3.000 Euro.

Antragsberechtigt sind Unternehmen (KMU), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Davon ist auszugehen, wenn ein Ausbildungsbetrieb im Jahr 2020 mindestens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder der Umsatz in den Monaten April bis Dezember 2020 um gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen ist*. Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.

Ausbildungen, die vom 24. Juni bis 31. Juli 2020 begonnen haben, werden durch in die Ausbildungsprämie mit einbezogen.

 www.arbeitsagentur.de 
Informationen der Bundesagentur für Arbeit sowie die Antragsformulare und Bescheinigung der zuständigen Stelle zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Anträge sind, solange es noch keine Online-Möglichkeit zum Einreichen gibt, per E-Mail via  leipzig.arbeitgeber@arbeitsagentur.de an den gemeinsamen Arbeitgeberservice zu senden.

*Für den Anspruch auf die Prämie sollte der Umsatz in zwei aufeinanderfolgenden Monaten um durchschnittlich mindestens 50 Prozent zurückgegangen oder in fünf zusammenhängenden Monaten um durchschnittlich mindestens 30 Prozent zurückgegangen sein.

Ausbildungsbetriebe, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls von mindestens 50 Prozent ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist. Antragsberechtigt sind Unternehmen (KMU), die ihre laufenden Ausbildungsaktivitäten trotz der Belastungen durch die COVID-19-Krise fortsetzen und Auszubildende sowie deren Ausbilder trotz erheblichem Arbeitsausfall nicht in Kurzarbeit bringen. Erforderlich ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb.

Die Förderung war zunächst bis 31. Dezember 2020 befristet, wurde zum Jahresende aber bis einschließlich Juni 2021 verlängert.

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Informationen der Bundesagentur für Arbeit sowie die Antragsformulare und Bescheinigung der zuständigen Stelle zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Anträge sind, solange es noch keine Online-Möglichkeit zum Einreichen gibt, per E-Mail via  leipzig.arbeitgeber@arbeitsagentur.de an den gemeinsamen Arbeitgeberservice zu senden.

Handwerksunternehmen, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen Ausbildungsbetrieben bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten je Lehrling eine Prämie von 3.000 Euro. Antragsberechtigt sind Unternehmen (KMU) aus allen Wirtschaftsbereichen, unabhängig von der Betriebsgröße, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen KMU bis zum 31. Juni 2021 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen.

Der Förderzeitraum läuft bis zum 30. Juni 2021.

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Informationen der Bundesagentur für Arbeit sowie die Antragsformulare und Bescheinigung der zuständigen Stelle zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Anträge sind, solange es noch keine Online-Möglichkeit zum Einreichen gibt, per E-Mail via  leipzig.arbeitgeber@arbeitsagentur.de an den gemeinsamen Arbeitgeberservice zu senden.

Gefördert werden kleine- und mittlere Unternehmen (KMU), überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die Lehrlinge temporär übernehmen, wenn der ursprüngliche Ausbildungsbetrieb vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließung oder erheblichen Einschränkungen betroffen ist. Davon ist auszugehen, wenn der Stammausbildungsbetrieb im Jahr 2020 wenigsten einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder der Umsatz des Stammbetriebs in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 mindestens 50 Prozent gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten zurückgegangen ist oder sein durchschnittlicher Umsatz im gesamten Zeitraum April bis August 2020 um mindestens 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen ist.

Der aufnehmende Betrieb oder die Bildungsstätte kann eine einmalige Prämie in Höhe von 4.000 Euro für jeden übernommenen Auszubildenden beantragen. Die Auftrags- und Verbundausbildung muss mindestens sechs Monate dauern.

Die Förderung ist bis 30. Juni 2021 befristet.

www.kbs.de/bpa
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