Ausbildung im Friseurbereich. Bild: goodluz / fotolia.com
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Nachwuchsgewinnung trotz Coronakrise

Der neue Lehrling kommt. Diese Aussage ist schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Betriebe, die ausbilden wollen, müssen seit Jahren aktiv um den Fachkräftenachwuchs werben. Am schon länger anhaltenden Mangel an Bewerbern dürfte auch die Coronakrise nur wenig ändern. 

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie in der Coronakrise müssen Firmenchefs daher die Nachwuchsgewinnung im Blick behalten, meint Kerstin Klage, Ausbildungsberaterin bei der Handwerkskammer zu Leipzig. Eigentlich wäre die Bewerbungsphase für Lehrstellen momentan in vollem Gange. Doch mancher Unternehmer fragt sich, ob er in dieser Situation überhaupt Lehrlinge einstellen sollte?

Das betriebliche Engagement hier kurzfristig zu reduzieren, hält die Expertin für keine gute Idee. Sie gibt Tipps, wie Unternehmer und Bewerber trotz Social Distancing zueinander finden können.
 

 
Wie kann sich der Betrieb in der jetzigen Situation auf das kommende Ausbildungsjahr vorbereiten?

Klage: Wer bereits zu einem potenziellen Auszubildenden Kontakt hatte, sollte ihn mit einem kurzen Telefonat oder einer E-Mail unbedingt aufrechterhalten. Auch die jungen Menschen sind in dieser Zeit mit Blick auf ihre berufliche Zukunft verunsichert. Da kann man eine vertrauensvolle Bindung zum Betrieb schaffen.

Unternehmen, die noch suchen, sollten die unschönen Leerlaufzeiten nutzen, um jetzt ein persönliches und betriebliches Anforderungsprofil zu erstellen. Dazu gehört beispielsweise, welche Qualifikationen, Schulnoten und praktischen Erfahrungen der künftige Lehrling bereits mitbringen soll und welche sozialen Stärken relevant sind. Das kostet zwar Zeit, hilft aber, den richtigen Bewerber auszuwählen.

 
Gibt es dabei Unterstützung von der Handwerkskammer?

Ja, beispielsweise über das Projekt "Passgenaue Besetzung" haben wir Berater, die gemeinsam mit dem Betrieb die Anforderungsprofile erstellen. Das geht natürlich derzeit nur telefonisch oder online. Wenn die Schule dann wieder losgeht, kann aber schnell und gezielt der passende Azubi gesucht werden. Das spart dem Unternehmer Zeit.

 
Wie können die Betriebe Schülerinnen und Schüler effizient mit ihren Lehrstellenangeboten erreichen?

Betriebe sollten ihre freien Lehrstellen auf jeden Fall bei der Arbeitsagentur melden und kostenfrei in die Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer zu Leipzig eintragen. Die Angebote werden gleichzeitig in der bundesweiten App Lehrstellenradar (lehrstellen-radar.de) veröffentlicht. Betriebe, die in den sozialen Netzwerken, wie Facebook, Instagram und YouTube, aktiv sind, sollten auch diese Möglichkeiten nutzen. Wenn man bereits Lehrlinge oder junge Gesellen hat, sollte man auch deren Ideen nutzen. Wenn die jungen Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden müssen, könnte man als "Hausaufgabe" mitgeben, dass sie überlegen sollen, welche Wege man bei der Nachwuchssuche noch beschreiten kann. Manchmal entwickeln die Kollegen dabei tolle Ideen.

 
Klassische Vorstellungsgespräche sind in der aktuellen Situation kaum möglich. Was gibt es für Alternativen?

Vielen Unternehmerinnen und Unternehmern kommt es darauf an, erst einmal im Gespräch einen Eindruck vom Bewerber zu bekommen. Nun muss man eben umdenken und nach Alternativen zu sonst alltäglichen Vorgehensweisen Ausschau halten. Man kann derlei Gespräche gern auch per Telefon, via Internet oder Video-Konferenz absolvieren. Dadurch signalisiert man gleich noch, dass man nicht von vorgestern ist, sondern im Betrieb moderne Kommunikationsalternativen einsetzt.

Man bekommt auf diese Weise zwar nicht mehr alle nonverbalen Signale mit, kann aber trotzdem einen Eindruck davon bekommen, ob man menschlich zusammenpasst. Kleiner Tipp am Rande: Man sollte vor Beginn oder am Anfang des Gesprächs die Technik testen und sicherstellen, dass Ton sowie Bild gut beim Gegenüber ankommen.

Wer als Chef unbedingt auf eine unmittelbare Begegnung mit dem Bewerber Wert legt, sollte persönliche Bewerbungsgespräche aufgrund erlassener Allgemeinverfügungen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Diese sehen bis zum 5. April 2020 nur das Verlassen der häuslichen Unterkunft aus einem triftigen Grund vor. Persönliche Bewerbungsgespräche für eine Ausbildung mit Beginn im August beziehungsweise September 2020 dürften nicht dazu zählen.

 
Wenn alles passt, wird ein Vertrag geschlossen. Was ist zu beachten?

Jeder Handwerksbetrieb, der einen Lehrling ausbilden möchte, muss vor Beginn einen Ausbildungsvertrag abschließen. Der Lehrvertrag ist bei der Handwerkskammer einzureichen. Der Berufsausbildungsvertrag kann auch online ausgefüllt werden.

 
Ihre Anregungen beziehen sich ja nicht nur auf das beginnende Ausbildungsjahr?

Korrekt. Eigentlich müssen die Betriebe jetzt schon anfangen, die Ausbildung für das Jahr 2021 zu planen. Auch wenn derzeit enorm viel auf die Unternehmen zukommt: Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist eine große Herausforderung, um die Fortführung der Unternehmen zu sichern.

Die Ausbildungsberater der Handwerkskammer stehen unter den Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite. 



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Die Corona-Informationsseite unter www.hwk-leipzig.de/corona wird deshalb stetig mit neuen Hinweisen aktualisiert. Sobald Detailinformationen zu Liquiditätshilfen und zum Schutzschirm der Bundesregierung für die deutsche Wirtschaft usw. verfügbar sind, werden wir diese hier platzieren.

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