Corona-Virus-Illustration. Bild: GarryKillian / Freepik.com (bearbeitet)
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Wer darf im Handwerk trotz Coronakrise tätig sein?

Nach den ersten drastischen Maßnahmen zur Verlangsamung der COVID-19-Pandemie und der Beschränkungen des öffentlichen Lebens durften im Freistaat Sachsen zunächst fast keine Handwerksbetriebe mit Publikumsverkehr mehr öffnen. Bund und Länder haben in der fortlaufenden Bewertung der Situation jedoch Lockerungen der Maßnahmen beschlossen.
 

Hygiene, Mindestabstand und Beschränkung physisch-sozialer Kontakte

 
Für Sachsen sind die wesentlichen Regelungen in der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung vom 3. Juni 2020 (coronavirus.sachsen.de) verankert. Neben den Ausgangsbeschränkungen im Freistaat fallen einige Beschränkungen für den Bereich des Handwerks weg. Jedoch sollen auch künftig physisch-soziale Kontakte zu anderen Menschen als den Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolutes Minimum reduziert bleiben. Wo immer möglich, ist ein Mindestabstand zu anderen Personen von 1,5 Metern einzuhalten.
 

Hygienekonzept

Jedes Unternehmen in Deutschland muss ein Hygienekonzept auf Grundlage einer angepassten Gefährdungsbeurteilung sowie betrieblicher Pandemieplanungen umsetzen. Es gilt, nicht erforderliche Kontakte in der Belegschaft und mit Kunden zu vermeiden, allgemeine Hygienemaßnahmen umzusetzen und Infektionsrisiken zu minimieren.
 

Aktualisierte Arbeitsschutzstandards für Friseure und Kosmetiker

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat in Abstimmung mit dem Zentralverband des Friseurhandwerks den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk entwickelt. Auch Kosmetiksalons können mit dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Kosmetikstudios sowie dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Fußpflegeeinrichtungen und Nagelstudios auf ein ähnliches Regelwerk zurückgreifen. Beide Dokumente basieren auf dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Die BGW berät zu den verbindlichen Regeln und kontrolliert auch deren Einhaltung vor Ort.

Friseurin macht eine Hochsteckfrisur. Bild: Milissenta / fotolia.com
Milissenta / fotolia.com

 
Anforderungen an das Friseurhandwerk

Voraussetzung für die Tätigkeit im Friseurhandwerk ist die Einhaltung von verbindlichen Corona-Schutzmaßnahmen. Dazu zählt unter anderem das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes sowohl auf Seiten der Friseurinnen und Friseure als auch auf Seiten der Kundschaft. Außerdem soll in den Betrieben ein ausreichender Abstand zwischen den Menschen sichergestellt werden - etwa indem die Anzahl der Arbeitsplätze begrenzt wird. Beim Betreten des Salons müssen sich Kundinnen und Kunden die Hände waschen oder desinfizieren und bei jedem Kunden und jeder Kundin sind die Haare zu waschen. Beschäftigte und Kundschaft mit Symptomen einer Infektion der Atemwege oder Fieber sollen sich generell nicht im Friseursalon aufhalten. Zudem sollen Kunden ihre Kontaktdaten bei den Friseursalons hinterlassen. So könnten Infektionsketten nachvollzogen werden.  Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (medienservice.sachsen.de).
 

Bestimmte Kundendaten müssen erfasst werden

Des Weiteren hat die BGW coronabedingte Anforderungen an die Tätigkeitsausübung des Friseurhandwerks aufgestellt. Hierzu zählt auch, dass bestimmte Daten der Kunden erhoben werden, damit Gesundheitsämter im Infektionsfall nachträglich Infektionsketten nachverfolgen können. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat hierzu das Informationsblatt  Erhebung von Kundendaten in Friseursalons erarbeitet. Betriebe können außerdem ein  Musterblatt für Friseurkunden zur Datenerhebung nutzen.

Wimpernverlängerung / Lash Extension beim Kosmetiker oder Friseur. Bild: Milan Markovic / fotolia.com
Milan Markovic / fotolia.com


Anforderungen an die Arbeit in Kosmetiksalons

Neben Friseuren dürfen seit 4. Mai auch Kosmetiker wieder arbeiten (Medieninformation des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr vom 29. April 2020). Das sächsische Kabinett hat sich auch hier darauf geeinigt, dass Leistungen nur unter Einhaltung des  SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards (bmas.de) und strenger weiterer Hygienemaßnahmen angeboten werden dürfen.

Nachdem die zuständige Berufsgenossenschaft am 8. Mai mit dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Kosmetikstudios branchenspezifischen Vorgaben publiziert hat, sind nunmehr auch gesichtsnahe Dienstleistungen wie Wimpernfärben, Rasieren oder Bartpflege wieder gestattet ( Medieninformation des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr vom 8. Mai 2020).

Als geeignete Schutzmaßnahme für gesichtsnahe Dienstleistungen, müssen Beschäftigte, um eine Infektion mit dem Coronavirus zu vermeiden, eine Atemschutzmaske, z. B. eine FFP2-Maske ohne Ausatemventil, tragen. Dazu muss eine Schutzbrille oder ein Gesichtsschild die Schleimhäute der Augen schützen. Das Tragen von Einmalhandschuhen ist ebenfalls eine grundlegende Anforderung.

Diese erhöhten Hygiene- und Arbeitsschutzstandards sind einzuhalten, weil bei der Arbeit weder ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern noch die Bedeckung von Mund und Nase bei Kundin oder der Kunde durchgängig möglich sind.

Jeder Kosmetiksalon sollte zudem ein Konzept zur Reinigung von Oberflächen und Arbeitsmitteln haben. Auch eine regelmäßige und gute Lüftung der Räume gehört zu den notwendigen Maßnahmen.

Selbstverständlich gilt auch in Kosmetiksalons, dass Menschen mit Erkältungssymptomen oder erhöhter Körpertemperatur keine Behandlung in Anspruch nehmen können. Das sollte vor dem Termin telefonisch geklärt werden. Zudem ist es ratsam das Bestellsystem so zu gestalten, dass keine Wartezeiten für die Kunden bestehen. Auf die bekannten Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und Händedesinfektion durch die Kunden und die Beschäftigten ist zu achten.
 

Aktuelle behördliche Vorgaben im Blick behalten

Da sich die Einschränkungen weiter ändern und regional unterschiedlich sein können, empfehlen wir, die jeweilige aktuelle Allgemeinverfügung des Bundeslandes, der kreisfreien Stadt oder des Landkreises zu lesen, in dem sie als Handwerker ansässig sind oder tätig werden möchten. Und selbstverständlich lohnt es sich immer, bei Fragen und Problemen Kontakt zu ihrer Handwerkskammer aufzunehmen.
 

Gefährdungsanalyse vor Baustellenarbeiten

Mit Hinblick auf Baustellenarbeiten empfiehlt die Handwerkskammer ihren Mitgliedsbetrieben, vor Beginn der Arbeiten eine Gefährdungsanalyse unter Beachtung der Maßgaben der Allgemeinverfügung zu erstellen. Sollte die Analyse beispielsweise ergeben, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen nicht eingehalten werden kann, sollten die Arbeiten eingestellt beziehungsweise nicht aufgenommen werden.



 Kontaktformular zur Coronakrise
 

Themenseite "Coronavirus: Informationen für Betriebe"
 

 

Weitere Ergebnisse aus der Bund-Länder-Konferenz zur Coronakrise vom 15. April 2020

Jedes Unternehmen in Deutschland muss künftig ein Hygienekonzept auf Grundlage einer angepassten Gefährdungsbeurteilung sowie betrieblicher Pandemieplanungen umsetzen. Es gilt, nicht erforderliche Kontakte in der Belegschaft und mit Kunden zu vermeiden, allgemeine Hygienemaßnahmen umzusetzen und Infektionsrisiken zu minimieren. +++ Unternehmen sind aufgefordert, wo immer dies umsetzbar ist, Heimarbeit zu ermöglichen. +++ 
Weil durch die Coronakrise (internationale) Lieferketten teilweise gestört sind, unterstützen Bund und Länder die Wirtschaft, diese wiederherzustellen. Dazu richten die Wirtschaftsministerien des Bundes und der Länder Kontaktstellen für betroffene Unternehmen ein. Diese sollen auf politischer Ebene dazu beitragen, dass die Herstellung und Lieferung benötigter Zulieferprodukte, wo möglich, wieder reibungslos erfolgt.

Kontaktformular zur Coronakrise

 

Derzeit erreicht uns eine Vielzahl telefonischer Anfragen rund um die Bewältigung der Coronakrise. Sie können uns Ihr Anliegen gern per E-Mail übermitteln. Wir werden uns umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass noch nicht zu jeder Fragestellung eine passgenaue Lösung zur Verfügung steht.

Die Corona-Informationsseite unter www.hwk-leipzig.de/corona wird deshalb stetig mit neuen Hinweisen aktualisiert. Sobald Detailinformationen zu Liquiditätshilfen und zum Schutzschirm der Bundesregierung für die deutsche Wirtschaft usw. verfügbar sind, werden wir diese hier platzieren.

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