Kasse und Kartenleser für EC-Karten. Bild: Patrick Daxenbichler / stock.adobe.com
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Kassennachrüstung und TSE

Trotz vieler Einschränkungen ist das Arbeitsleben nach dem Lockdown wieder angelaufen und schon stehen die nächsten Herausforderungen in diesem Jahr vor der Tür. So findet beispielsweise seit dem 1. Januar 2020 die letzte Stufe des "Kassengesetzes" mit der Kassensicherungsverordnung Anwendung. Kassensysteme müssen mit einer zertifizierten "Technischen Sicherheitseinrichtung" (TSE) ausgestattet sein.

Darüber sowie über die Anforderungen einer GoBD-konformen Archivierung informiert die Handwerkskammer seit 2018 regelmäßig in Informationsveranstaltungen und Beratungen.

Die Gesetzeslage ist zwar schon länger bekannt, jedoch konnten die Unternehmen lange Zeit keine zertifizierte Sicherungseinrichtung kaufen, weil gar keine rechtskonformen Lösungen auf dem Markt waren. Das Bundesfinanzministerium hatte deshalb zunächst eine Übergangszeit bis zum 30. September 2020 angekündigt, in der keine Bußgelder verhängt werden, wenn elektronische Kassen noch nicht nachgerüstet sind.
 

Weitere Fristverlängerung in Sachsen

In Sachsen wird die Übergangsfrist nun nochmals um ein reichliches halbes Jahr bis zum 31. März 2021 verlängert. Demzufolge werden Kassensysteme auch weiterhin nicht beanstandet, wenn der Einbau einer TSE bis zum 31. August 2020 nachweislich in Auftrag gegeben wurde. Das gilt auch, wenn der Einbau einer cloud-basierten TSE vorgesehen ist und eine solche jedoch nachweislich noch nicht verfügbar ist.

Vor dem Hintergrund der Coronapandemie hatte die Handwerksorganisation mit Nachdruck auf Landes- und Bundesebene für eine Verlängerung der Frist geworben. Beim BMF hatte das jedoch zu keiner Einsicht geführt, lediglich der Freistaat Sachsen ist auf die Forderungen zur Verlängerung der Frist eingegangen.
 

Hinweis vom 8. Oktober 2020

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks empfiehlt in einer aktuellen Mitteilung, dass Betriebe jetzt umgehend handeln sollten. Da eine erste Cloud-TSE-Lösung nun vom Hersteller DF Deutsche Fiskal GmbH am Markt verfügbar sei, müssten die Betriebe nun umrüsten. Bisher waren nur hardwarebasierte TSEs (zum Beispiel auf USB-Stick) am Markt verfügbar. Ende September 2020  wurde durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine erste Zertifizierung einer Cloud-TSE-Lösung bekannt gegeben. Damit sind nun auch die Voraussetzungen geschaffen, dass Betriebe Kassenaufzeichnungen cloud-basiert sichern können. Somit entfällt der Grund für eine Fristverlängerung und die Betriebe sind nun zum Handeln beziehungsweise Beauftragen der Lösung aufgefordert.

Kassensysteme - was ist grundsätzlich zu beachten?

 

Kasse mit Banknoten. Bild: Andrey Popov / stock.adobe.com
Andrey Popov / stock.adobe.com

Alle Regelungen, die derzeit bei Kassensystemen greifen, sind in der Kassensicherungsverordnung (KassenSichV bzw. Verordnung zur Bestimmung der technischen Anforderungen an elektronische Aufzeichnungs- und Sicherungssysteme im Geschäftsverkehr (Kassensicherungsverordnung) des Bundesfinanzministeriums aus dem Jahr 2017 festgeschrieben.

Die Verordnung soll einen umfassenden Manipulationsschutz bei Aufzeichnungen in Kassensystemen sicherstellen. Neben der derzeit umzusetzenden Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) regelt die Verordnung außerdem die Anmeldung einer elektronischen Kasse beim Finanzamt sowie die Übermittlung der relevanten Kassendaten über eine einheitliche Schnittstelle.



Bei der aktuell verpflichtenden Einführung der TSE gibt es für die unterschiedlichen Kassenarten drei verschiedene Fristen:
 

  1. Nicht aufrüstbare PC-Kassen, die vor dem 26. November 2010 angeschafft wurden, müssen ausgetauscht werden. Dies gilt auch für Registrierkassen, die nicht mit einer TSE ausgerüstet werden können. Die Frist hierfür ist bereits Ende 2019 ausgelaufen.
     
  2. Registrierkassen, die nach dem 25. November 2010 gekauft wurden, aber nicht mit TSE-fähig sind, müssen bis Ende 2022 ausgetauscht werden.
     
  3. Bis 30. September 2020 müssen Kassen, die mit einer TSE ausgerüstet werden können, auf den aktuellen Stand gebracht werden.

Die Handwerkskammer zu Leipzig bemüht sich derzeit gemeinsam mit dem ZDH um eine Regelung zur Verlängerung/Nichtbeanstandung.

Beim Kauf eines neuen Kassensystems ist grundsätzlich Folgendes zu beachten:

  • Es sollte eine Kassen(-Software) eingesetzt werden, die nach den "GoBD" aufgebaut ist und die Daten sicher archiviert.
     
  • Die Kasse muss zwingend eine Schnittstelle zum Auslesen haben.
     
  • Die Kasse muss über einen eingebauten Manipulationsschutz verfügen. Dies ist die sogenannte TSE.
     
  • Die Daten aus der Kasse müssen dauerhaft und (manipulations-)sicher archiviert werden können, verfügbar für die Dauer von zehn Jahren.

Darüber hinaus besteht auch weiterhin die Möglichkeit eine offene Ladenkasse mit Kassenbuch, Belegen und Zählprotokoll zu führen.
 

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Anett Fritzsche

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