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Gina Sanders / fofolia.com

Das Energieverbrauchsrelevante-Produkte-Gesetz

Fast alle technischen Produkte haben Auswirkungen auf die Umwelt. Ein großer Teil der Umweltauswirkungen eines Produktes wird dabei schon während der Entwicklung festgelegt. Um auf mehr Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit von Produkte hinzuwirken, hat die Europäische Union eine Ökodesign-Richlinie erlassen. Außerdem wird die farbliche Kennzeichnung der Energieeffizienz von Produkten ausgeweitet.
 

Pumpen, Kühlgeräte oder Baustoffe von Ökodesign-Richlinie betroffen

Die Ökodesign-Richtlinie legt Mindestanforderungen an die Produktgestaltung fest. Im Handwerk müssen sich vor allem Betriebe aus dem Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Elektro mit diesen Anforderungen befassen.

Bislang wurden von den Ökodesign-Anforderungen nur energiebetriebene Produkte wie beispielsweise Heizungspumpen oder Elektromotoren erfasst. Künftig fallen auch Produkte, die den Energieverbrauch beeinflussen, also beispielsweise Baustoffe und Fenster in den Geltungsbereich der Ökodesign-Richlinie.
 

Ampelkennzeichnung soll Energieeffizienz kenntlich machen

Außerdem hat die Bundesregierung Neuerungen bei der Kennzeichnung des Energieverbrauchs beschlossen. Die aus dem Haushaltsgerätebereich bekannte farbige Effizienzskala (grün = sehr effizient, rot = wenig effizient) wird künftig auch auf energieverbrauchsrelevante Produkte ausgedehnt.

Folglich kann demnach auch für gewerbliche Produkte (zum Beispiel Fenster) ein EU-Effizienzlabel festgelegt werden. Die EU-Kommission hat dazu verschiedene Produktgruppen ausgewählt, die schrittweise die bekannten farbigen Effizienzlabel tragen sollen. Dazu zählen Heizkessel, Warmwasserbereiter oder gewerbliche Kühlgeräte.
 

EVPG setzt EU-Richtlinie in deutsches Recht um

Das am 25. November 2011 in Kraft getretene Energieverbrauchsrelevante-Produkte-Gesetz (EVPG) setzt die neugefasste Ökodesign-Richtlinie der EU (2009/125/EG) in deutsches Recht um. Das Gesetz beinhaltet neben energiebetriebenen Produkten nun auch energieverbrauchsrelevante Produkte, also Gegenstände, die selbst keine Energie benötigen, aber durch ihre Nutzung den Energieverbrauch beeinflussen.
 

Mindestanforderungen für die umweltgerechte Produktgestaltung

Mittels der Richtlinie kann die EU-Kommission Mindestanforderungen für die umweltgerechte Gestaltung betroffener Produkte festlegen. Damit soll der Energieverbrauch gesenkt, der Materialaufwand vermindert und die Schadstoffbelastung reduziert werden.

Die EU-Kommission legt in Durchführungsvorschriften verschiedene Anforderungen an einzelne Produktgruppen fest. Dies geschieht jedoch erst nach und nach. Vor Erlass einer Durchführungsmaßnahme gibt es zu jeder Produktgruppe eine Vorstudie mit Folgenabschätzung und ein Anhörungsverfahren.

Konkrete Verpflichtungen entstehen für Hersteller und Händler also erst mit Verabschiedung der entsprechenden Durchführungsbestimmung.

Energieverbrauchsrelevante Produkte dürfen in Deutschland nur dann in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen werden, wenn sie die in der Durchführungsmaßnahme formulierten Anforderungen erfüllen. Außerdem muss die CE-Kennzeichnung vorgenommen und eine Konformitätserklärung für das Produkt ausgestellt werden.
 

Hersteller müssen Produkte selbst auf Ökodesign-Konformität prüfen

Die Durchführungsmaßnahmen sehen in der Regel vor, dass die Konformität mit den Ökodesign-Anforderungen vom Hersteller selbst geprüft wird. Für den Fall, dass die Konformität von einer dritten Stelle geprüft werden muss, bestimmen die Bundesländer auf Antrag die dafür zugelassenen Stellen.

Die Wirtschaft wird bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen durch ein umfangreiches Informationsangebot der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) unterstützt, das sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen sowie Kleinstunternehmen richtet.
 

Bereits erlassene Durchführungsmaßnahmen

Erste Durchführungsmaßnahmen sind bereits erlassen.

  • Leerlauf- und Schein-Aus-Verluste (Standby)
  • Einfache Fernsehdecoder
  • Beleuchtung im tertiären Sektor (Büro- und Straßenbeleuchtung)
  • Externe Netzteile (EPS)
  • nicht gerichtete Haushaltsbeleuchtung
  • Fernsehgeräte
  • Haushaltskühl und -gefriergeräte
  • Elektromotoren
  • Heizungspumpen
  • Geschirrspüler
  • Waschmaschinen
  • Ventilatoren

Geplante Ökodesign-Anforderungen

Daneben plant die EU-Kommission Ökodesign-Anforderungen unter anderem für:

  • Warmwasserbereiter,
  • Heizkessel,
  • Kleinfeuerungsanlagen,
  • Wasserpumpen,
  • Gerichtete Haushaltsbeleuchtung,
  • PCs und Computermonitore,
  • Bildgebende Geräte (Kopier-, Faxgeräte mit Drucker, Scanner, Multifunktionsgeräte),
  • Komplexe Fernsehdecoder,
  • Staubsauger,
  • Wäschetrockner,
  • Klima- und Lüftungsgeräte im Haushalt,
  • Gewerbliche Kühlgeräte.

Der aktuelle Arbeitsplan der EU-Kommission für die Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie sieht zehn weitere Gruppen vor (die Vorstudien sind teilweise noch nicht abgeschlossen):

  • Klimageräte und Wärmepumpen,
  • Elektrische und fossil betriebene Heizgeräte,
  • Nahrungsmittelzubereitung,
  • Datennetze, Datenverarbeitung,
  • Industrielle Öfen und Laboröfen,
  • Werkzeugmaschinen,
  • Kühlanlagen,
  • Ton- und Bildverarbeitung,
  • Transformatoren,
  • Wasserverbrauchende Geräte.

Derzeit erarbeitet die EU-Kommission den Arbeitsplan für den Zeitraum 2012 bis 2014.
 

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung unterstützt KMU

Nähere Informationen zu den Produktgruppen und dem aktuellen Stand der Umsetzungsarbeiten gibt es im Internet unter www.ebpg.bam.de. Die Ökodesign-Anforderungen treten in der Regel nach einer Übergangsfrist in Kraft. Diese stehen im jeweiligen Verordnungsblatt.

Für die Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie gibt es keine konkrete Zielvorgabe, die zu erreichen ist, sondern es werden -entsprechend den politischen Energieeinsparzielen - nach und nach weitere Produktgruppen behandelt, die signifikante Energieeinsparungen und Umweltverbesserung erwarten lassen.

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Sven Börjesson

Beauftragter für Innovation und Technologie (BIT)

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