Handwerk: Technologie und Innovation
Das Handwerk spielt im gesamten Innovationsprozess eine wichtige Rolle. Diese ist begründet in der Anwendungskompetenz und in der Bereitschaft zur Entwicklung individueller kundenspezifischer Lösungen sowie in dem hohen Qualifikationsniveau des Deutschen Handwerks.
Die Handwerksbetriebe selbst treten im Innovationssystem als Innovatoren auf, die neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickeln, oder sie üben die Funktion des Technologiemittlers einschließlich der Technologieanpassung aus. Dies bedeutet, dass beispielsweise durch das Handwerk vorhandene Technologien analysiert, modifiziert und weiterentwickelt werden, um eine Nutzung unter ganz speziellen Einsatzbedingungen zu ermöglichen und die Technologien und Techniken entsprechend anzupassen. Auf diese Art und Weise finden zum Beispiel auch neue Technologien und Verfahren aus der Industrie den Weg zu gewerblichen oder privaten Endkunden.
Betriebsgröße schränkt FuE ein
Natürlich schränkt die Betriebsgröße in der Regel im Handwerk die Möglichkeit einer gesondert ausgewiesenen Forschung und Entwicklung (FuE) ein. Im Handwerk gibt es jedoch gerade in diesem Bereich spezifische Besonderheiten. Das Handwerk hat bis auf Ausnahmen keine eigenständigen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, diese Aktivitäten sind in die gesamten Unternehmensabläufe eingebunden. Sehr oft werden die FuE-Tätigkeiten vom Handwerksmeister selbst bezeihungsweise seinen Kindern im Familienbetrieb übernommen oder die in der Regel gut ausgebildeten Mitarbeiter eingebunden. Durch die starke Marktnähe des Handwerksbetriebes erfolgt im Wesentlichen eine Entwicklung marktreifer Prozesse und Leistungen.
Kundenorientierte und anwendungsbezogene Ideenfindung
Die FuE-Arbeit im Handwerk zeichnet sich nicht durch Grundlagenforschung sondern durch konkrete anwendungsbezogene und kundenorientierte Ideenfindungsprozesse aus. Die Arbeits- und Betriebsorganisation wird in hohem Ausmaß durch unmittelbar anfallende Geschäftsprozesse und konkrete Kundenaufträge bestimmt. Für strategische und langfristige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten müssen somit die benötigten Kapazitäten zusätzlich zum operativen Geschäft bereitgestellt oder vom Tagesgeschäft befreit werden.
Auch für die Markteinführung entsprechender Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen gibt es in der Regel keine eigene Abteilung oder spezielle Mitarbeiter. Die Finanzierung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit gestaltet sich schwierig, da spezielle Förderprogramme für das Handwerk fehlen und die Inanspruchnahme der existierenden Förderungen mit entsprechenden Hürden verbunden ist.
Innovationspreise schaffen Anreize
Vor diesem Hintergrund gewinnen die innovativen Leistungen der Handwerksbetriebe besondere Bedeutung. In jedem Transferbrief werden spezielle Entwicklungen und auch patentierte Erfindungen von Handwerksbetrieben der verschiedensten Gewerke vorgestellt. Das hohe Niveau innovativer Leistungen des Handwerks zeigt sich nicht zuletzt auch in den guten Ergebnissen, die von Handwerksbetrieben bei Bewerbungen um Innovationspreise erzielt werden zum Beispiel bei der Vergabe des "IQ Innovationspreises Mitteldeutschland". Um entsprechende Anreize zu schaffen und die Innovationstätigkeit der Handwerksbetriebe zu unterstützen gibt es vielfältige Aktivitäten der Handwerkskammer zu Leipzig.
Innovationspreis Handwerk honoriert beispielhafte Lösungen und Entwicklungen
Die Handwerkskammern Halle (Saale) und zu Leipzig verleihen 2012 den Innovationspreis Handwerk. Der Preis wird in einem zweijährigen Turnus für beispielhafte Lösungen und Entwicklungen von neuen beziehungsweise neuartigen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen vergeben. Alle Aktivitäten der Handwerkskammer zu Leipzig auf dem Gebiet der Innovation werden vom Umwelt- und Transferzentrum, speziell den Beauftragten für Innovation und Technologie, koordiniert.
Dort erfolgt eine intensive Einzelberatung der Handwerksbetriebe aber auch die Organisation und Durchführung verschiedenster Veranstaltungen zu neuen Techniken und Technologien und entsprechenden Trends und Entwicklungen. Diese Veranstaltungen werden sowohl mit Partnern aus der Industrie als auch von Forschungseinrichtungen und Hochschulen durchgeführt.
Dazu wird auch der Technologie-Transferring - Handwerk unter Leitung des Heinz-Piest-Institutes für Handwerkstechnik an der Leibniz Universität Hannover genutzt und einbezogen. Besonderen Focus richten wir auf die Kontakte des Handwerks zur Wissenschaft. Je nach Thema und Erfordernis werden Netzwerke aufgebaut und Verbindungen hergestellt.
Ansprechpartner
Die Beratung der Betriebe im Bereich Innovation und Technologie erfolgt durch die Beauftragten für Innovation und Technologie (BIT) Emily Butter und Rainer Hauk. Das Projekt wird gefördert vom BMWi aufgrund eines Beschlusses des Bundestages.
Ansprechpartner

Beauftragter für Innovation und Technologie
Tel. 0341 2188-230
Fax 0341 2188-349
hauk.r@hwk-leipzig.deE-Mail
hauk.r@hwk-leipzig.de

Beauftragte für Innovation und Technologie
Tel. 0341 2188-323
Fax 0341 2188-349
butter.e@hwk-leipzig.deE-Mail
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Seite aktualisiert am 06. Juli 2012, online seit 04. April 2009
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