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Planungsgruppe Qualitätsmanagement und Zertifizierung

Die gestiegene Bedeutung von Managementsystemen und ihre Zertifizierung hängen eng mit der "Europäischen Harmonisierung", dem "New Approach" sowie der Umsetzung Europäischer Richtlinien etwa zur Energieeffizienz zusammen. Initiativen der EU-Kommission stellen meist nur auf Mindeststandards ab.

 

Kaum vergleichbare Qualifizierungssysteme und Berufsabschlüsse in den EU-Mitgliedsländern

Zusätzliche Qualitätskriterien, die sich aus EU-Richtlinien etwa in Bezug auf die Qualität der Durchführung, Kompetenzen von Institutionen oder auch Zusatzqualifikationen von Personen ergeben, werden häufig über Zertifizierungs- und Managementsysteme geregelt. Ursache dafür sind die unterschiedliche Qualität der Ausbildung und kaum vergleichbare Qualifizierungssysteme sowie Berufsabschlüsse in den EU-Mitgliedsländern.

In diesem Zusammenhang zeichnen sich Entwicklungen ab, die Auswirkungen auf die Bildungszentren im Handwerk sowie die Anerkennung und Qualität der angebotenen Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote haben. Schon jetzt ist eine Tendenz zu Personenzertifizierungen, Zertifizierungen von Zusatzqualifikationen und Bildungsangeboten erkennbar, die das System der dualen Berufsaubildung und die Qualität der Ausbildung im Handwerk zunehmend in Frage stellen können.

 

Behörden knüpfen Vergabe von Aufträgen an das Vorhandensein von Qualitätsmanagementsystemen

Beeinflusst von Entwicklungen auf europäischer Ebene knüpfen nationale Behörden die Vergabe von Aufträgen an das Vorhandensein von Qualitätsmanagementsystemen nach DIN EN ISO 9000 ff sowohl bei Betrieben als auch bei Bildungseinrichtungen. Teilweise werden zusätzliche Anforderungen definiert, die spezifische Qualitätsmanagementsysteme nach sich ziehen (zum Beispiel AZWV).

Auch gibt es Bestrebungen, Qualitätsmanagementsysteme nach DIN EN ISO 9000 ff sowie Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 und EMAS zu integrierten Systemen zusammenzufassen. Das Vorhandensein solcher Systeme in Bildungseinrichtungen wird angesichts derartiger Entwicklung eher noch zunehmen.

Der ZDH ist Mitgesellschafter von Zertifizierungsgesellschaften wie ZDH-Zert und CERTQUA. Über seine Mitwirkung in Gremien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, der Bundesagentur für Arbeit, des DIN und als Gesellschafter der Trägergemeinschaft für Akkreditierung (TGA) bestehen für die Handwerksorganisation weitreichende Möglichkeiten, die Rahmenbedingungen mitzugestalten oder zumindest zu beeinflussen.

Daher sollten sich vor allem Leiter zertifizierter Bildungseinrichtungen des Handwerks, Qualitätsmanagementbeauftragte oder mit dieser Thematik betraute Führungskräfte, Fachexperten und ausgebildete Auditoren der Handwerksorganisation angesprochen fühlen, sich aktiv an der Arbeit der Planungsgruppe zu beteiligen. Die Aufgaben der Planungsgruppe können wie folgt beschrieben werden:

  • Positionierung des Handwerks zu Fragen von Qualitätsmanagementsystemen und deren Zertifizierung, die sowohl die Ebene der Betriebe als auch der Bildungseinrichtungen berücksichtigt.
  • Erarbeitung von Konzepten und Positionspapieren, um das Handwerk in den politischen Meinungsbildungsprozess auf der Ebene der Ministerien, Normungsorganisationen und Behörden frühzeitig einzubringen und so Rahmenbedingungen entsprechend beeinflussen zu können.
  • Organisation des erforderlichen Informationsflusses zur Kommunikation der Ergebnisse der Arbeit der Planungsgruppe innerhalb der Handwerksorganisation und zu den Organisationen und Einrichtungen.

Ziel der Arbeit der Planungsgruppe ist es, eine klare politische Position in Bezug auf die Zertifizierung von Einrichtungen, Betrieben und Personen sowie Bildungsangeboten zu definieren. Diese muss im Einklang mit den grundlegenden Positionen des Handwerks, insbesondere mit Blick auf den Erhalt des Systems der dualen Berufsausbildung, stehen. Dennoch gilt es, die europäische Entwicklung konstruktiv zu begleiten und an den Veränderungen in positiver Weise zu partizipieren.

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