Innovationspreis Handwerk verliehen - Zwei Preisträger 2008 und ein Sonderpreis
Unser Land braucht Unternehmer mit Ideen und Innovationsvermögen, die das Handwerk und die gesamte Wirtschaft stärken. Unter diesem Leitgedanken haben die Handwerkskammern zu Leipzig und Halle (Saale) in diesem Jahr zum zweiten Mal den Innovationspreis Handwerk ausgelobt. Bewerben konnten sich Handwerksunternehmen beider Kammerbezirke mit beispielhaften Lösungen und Entwicklungen von neuen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen. Wurden bei der Premiere zehn Projekte eingereicht sind es diesmal bereits 16.
Die Jury, bestehend aus Vertretern der beiden Handwerksorganisationen und zwei Vertretern von Hochschulen aus Halle und Leipzig, stand also vor einer sehr schweren Aufgabe. „Das Handwerk spielt im Innovationsprozess eine wesentliche Rolle. Da die meist kleinen und mittleren Betriebe keine Forschungs- und Entwicklungsabteilungen haben, übernehmen die Unternehmer oft selbst diesen Aufgabenbereich. Ein großer Vorteil des Handwerks ist die starke Marktnähe und damit auch eine anwendungsbezogene und kundenorientierte Entwicklung marktreifer Prozesse und Leistungen“, betonte Ralf Scheler, Mitglied des Vorstandes der Handwerkskammer zu Leipzig in seiner Rede anlässlich der Innovationspreisverleihung auf der mitteldeutschen Handwerksmesse.
Der mit 2.000 Euro dotierte Innovationspreis Handwerk 2008 der Handwerkskammern Halle (Saale) und zu Leipzig wurde in diesem Jahr an zwei Unternehmen verliehen. An die Textilpflege Birgit d'Heureuse aus Markkleeberg für die Entwicklung eines umweltfreundlichen Verfahrens zur Reinigung von Textilen und Metallbau Rainer Voß aus Niemberg/Eismannsdorf für die Entwicklung einer mobilen Beregnungseinrichtung für Pflanzentransportwagen.
Das Unternehmen d'Heureuse entwickelte ein schonendes Nassreinigungsverfahren bei dem der Schmutz mit Hilfe in einer Seifenlösung getränkter Schwämme in einer rotierenden Trommel entfernt wird. Verbliebene Reste der auskristallisierten Seife werden beim Trocknungsprozess aus der Garderobe ausgeblasen. Das zum Patent angemeldete Verfahren eignet sich für die Reinigung empfindliche Textilien, die nur chemisch gereinigt werden dürfen. Die großen Vorteile gegenüber der üblichen Trockenreinigung bestehen im Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter und der Umwelt, da auf den Einsatz von Perchlorethylen als Lösemittel verzichtet werden kann.
Bei der vom Unternehmen Metallbau Rainer Voß entwickelten Beregnungseinrichtung werden mittels vertikal motorisch bewegter Sprühdüsen Pflanzen in einem Transportwagen, der in die Beregnungseinrichtung eingestellt wurde, automatisch mit der erforderlichen Wassermenge beregnet. Wasserdruck und Geschwindigkeit lassen sich elektronisch regeln und somit individuell auf die jeweilige Pflanzenart einstellen. Entwickelt wurde Beregnungsanlage für den Einsatz in Gartenmärkten.
Die sichere Ablage von Messern und Schneidwerkwerkzeugen ist in Bäckereien notwendig behindert aber oft in den Arbeitsabläufen. In der Bäckerei Roxlau-Leissring in Halle (Saale) kam man auf die Idee, an der Rückseite der Edelstahlarbeitsflächen einen Magnetstreifen zu befestigt. Werkzeuge können nun abgelegt und werden magnetisch auf der Arbeitsfläche gehalten. Dafür vergab die Jury den Sonderpreis „Pfiffigste Idee“.