Medieninformation vom 12. April 2010Deutsches Team erreicht mit Moonbuggy-Bestzeit
Deutschland ist Weltmeister! Das von der Handwerkskammer und der regionalen Wirtschaft geförderte Renn-Team, das beim Moonbuggy-Rennen der US-Raumfahrtbehörde NASA angetreten ist, hat die Bestzeit geholt.
Teamarbeit sichert Sieg bei NASA-Rennen
12. April 2010 | Das einzige EU-Team, das beim diesjährigen Moonbuggy-Rennen der US-Raumfahrtbehörde NASA angetreten ist, hat mit einer Rennzeit von 3 Minuten und 37 Sekunden am vergangenen Wochenende (10. April) im amerikanischen Huntsville die Bestzeit geholt. Das Konstrukteurs- und Rennteam unter der Leitung des Leipziger »International Space Education Institute«, konnte damit zum ersten Mal in der 17-jährigen Geschichte des Rennens den Gesamtsieg nach Deutschland holen. Mit der Bestzeit lagen die Fahrer des Leipziger Moonbuggy eine Sekunde vor den zweitplatzierten Wettbewerbern aus Puerto Rico, die sogar in der nächsthöheren Rennklasse für Univeritätsteams fuhren.
92 Teams traten an
Insgesamt traten 92 Teams beim Rennen an, von denen zwölf nach technischer Überprüfung disqualifiziert wurden. Die 80 verbleibenden Teams mussten ihre anspruchsvoll konstruierten High-Tech-Vehikel auf einem 1,2 Kilometer langen Off-Road-Kurs unter Beweis stellen. Als Antrieb diente dabei ausschließlich Muskelkraft.
Mehr als Erdbeschleunigung
»In Huntsville erreichten die deutschen Fahrer im Kurs, der einer Mondlandschaft nachempfunden ist, eine Maximalgeschwindigkeit von 24 Kilometern pro Stunde und eine Beschleunigung von mehr als elf Metern pro Quadratsekunde. Das ist mehr als die Erdbeschleunigung«, sagte Ralf Heckel, Vorsitzender des Leipziger SEI, der als Projektleiter vor Ort war.
Projektunterstützung von Privatpersonen und aus der Wirtschaft
»Dass der Weltmeistertitel zum ersten Mal an ein Team außerhalb der USA geht, ist ein Erfolg für den die Buggy-Konstrukteure und -Fahrer hart gearbeitet haben. Besonders erfreulich ist, dass dieser Erfolg ohne Teamarbeit undenkbar wäre«, ergänzt Dr. Hans-Peter Schmidt, Leiter des Bildungs- und Technologiezentrums (BTZ) der Handwerkskammer zu Leipzig. In den BTZ-Werkstätten wurde das Gewinner-Buggy im Vorfeld des Rennens beispielsweise bei einem Testprojekt zur Berufsorientierung und Praxisvermittlung in tage- und nächtelanger Arbeit optimiert.
Neben deutschen Schülern und Lehrlingen haben auch Schüler und Studenten aus Ungarn, der Ukraine und Großbritannien auf das gemeinsame Ziel hingearbeitet, ebenso wie Moskauer Luft- und Raumfahrtstudenten. Dazu kommt eine breite Projektunterstützung von Privatpersonen und über 50 Firmen aus Handwerk und Industrie.
Rennen als Vorbereitung auf späteren Beruf
»Die Vorbereitung auf das Moonbuggy-Rennen ist damit eine gute Vorbereitung künftiger Fachkräfte auf einen Beruf in Handwerk, Wissenschaft, Ingenieurwesen oder Management. Die Initiatoren des Rennens, wie auch die Unterstützer und Organisatoren des deutschen Moonbuggy fördern mit ihrem Engagement folglich eine zukunftsgerichtete Berufs- und Studienorientierung. Auch die Handwerkskammer zu Leipzig stellt deshalb Technik und Räumlichkeiten zur Verfügung«, so Schmidt weiter.
Preisgeld 5.700 US-Dollar
Das Siegerpreisgeld in Höhe von 5.700 US-Dollar will das Leipziger SEI dazu verwenden, junge Menschen für Ingenieurwesen und Handwerk zu begeistern. Im kommenden Jahr will man dann beim Rennen wieder mit dabei sein und den Titel verteidigen. Mehr Informationen zum SEI und zur Entwicklung des Moonbuggy (online-Berichte und Fotogalerie) unter www.spaceeducation.eu.