Fördermöglichkeiten für Unternehmen im LEADER-Gebiet des Landkreises Nordsachsen bis 2013
Das Delitzscher Land ist seit 2007 ein LEADER-Gebiet und damit eine Region, in der Fördergelder der Europäischen Union und des Freistaates Sachsen zur Verfügung stehen. LEADER steht für das Programm "Vernetzung von Initiativen zur Entwicklung des ländlichen Raumes".
Zum Gebiet gehören die Kommunen Delitzsch, Rackwitz, Jesewitz, Schönwölkau, Krostitz, Wiedemar, Löbnitz, Zschepplin, Neukyhna, Zwochau sowie die nördlichen Ortsteile von Schkeuditz und Taucha.
3,7 Millionen Euro stehen im Delitzscher Land 2010 zur Verfügung
Im Jahr 2010 werden dem Delitzscher Land 3,7 Millionen Euro Fördermittel aus der ILE-Richtlinie zur Verfügung stehen. Diese können wieder für Unternehmen, privates Wohnen, Vereine, Tourismus oder Kommunen eingesetzt werden.
Erneuerte Förderricht bringt Verbesserungen für Gewerbe
Die neuste Änderung der ILE-Richtline des Freistaates Sachsen zum 4. Dezember 2009 brachte weitere Verbesserungen, unter anderem für Gewerbe und Landwirtschaft: Förderfähig ist nun auch die Sanierung der Außenhülle von Gebäuden sowie deren Erschließungsflächen, die bereits gewerblich oder landwirtschaftlich genutzt werden, das heißt die Gebäude müssen nicht mehr, wie bisher, leerstehend und ungenutzt sein. Eine Außensanierung kann mit bis zu 40 Prozent bezuschusst werden.
Bei der Um- und Wiedernutzung von Wohngebäuden zum Hauptwohnsitz sind nun alle Gebäude förderfähig, die vor 1990 erbaut wurden. Ursprünglich warten nur die älteren, denkmalpflegerisch wertvollen Gebäude förderfähig, die vor 1950 erbaut wurden.
Bisher mehr als 100 Projekte gefördert
Der Verein Delitzscher Land e. V. bringt als Träger dieses Entwicklungsprozesses Projekte in den Bereichen Wirtschaft und Soziales voran und hilft bei der Anbahnung und Umsetzung der Projekte. Bisher wurden mehr als 100 Projekte mit einem Fördermittelvolumen von 8,8 Millionen Euro befürwortet. Die Förderperiode läuft noch bis Ende 2013.
Projektbeispiele
- Schafstall - Schmiede - moderne Autowerkstatt
Ulf Herrmann vom Autodienst- Döbernitz- Löbnitz e. K. (ADL) baut die alte Schmiede in Löbnitz zur Autowerkstatt um. Seit 2002 stand das Haus leer, das durch seine schönen Fenster- und Toreinfassungen aus Klinkersteinen auffällt. Das Gebäude, das um 1920 ursprünglich als Schäferei gebaut und zwischenzeitlich auch als Schmiede genutzt wurde, eignet sich durch die Anordnung und Höhe der Räume hervorragend als Autowerkstatt. Die vorhandenen großen Gebäudeöffnungen werden integriert, so dass die wertvollen Toreinfassungen erhalten bleiben. Ulf Herrmann geht davon aus, dass der Umbau im Frühjahr 2010 fertig sein wird. Sein Unternehmen hat durch die Baumaßnahme Erweiterungsmöglichkeiten und möchte ein bis zwei zusätzliche Arbeitskräfte einstellen.
- Ehemaliger Stall wird zur Elektrowerkstatt
In Boyda, einem Dorf mit knapp 100 Einwohnern, entstehen Arbeitsplätze. Der Elektromeister Mario Vollrath baut hier den ungenutzten alten Stall auf seinem Hof zur Elektrowerkstatt um. Im Erdgeschoss entstehen Lager- und Sanitärräume. Das Dachgeschoss wird sein Büro und Besprechungsräume beherbergen. Der Umbau wird durch die Unterstützung mit Fördergeldern aus der ILE-Richtlinie möglich. Etwa die Hälfte der 160.000 Euro teuren Baumaßnahme kommt aus dem Fördertopf. Durch den Umzug nach Boyda und die größere Betriebsfläche kann Mario Vollrath bis zu zwei neue Arbeitsplätze schaffen.
Alle Informationen unter www.delitzscherland.de.
Die Handwerkskammer zu Leipzig plant eine Informationsveranstaltung zu den Fördermöglichkeiten im ersten Quartal 2010. Ansprechpartnerin zum Thema ist Andrea Mücke von der Abteilung Wirtschaftsförderung der Handwerkskammer.
Bild: KfW-Bildarchiv